Planetenatmosphären
Wenn die Atmosphäre ins All entweicht
Die dünnen Lufthüllen um manche Planeten sind höchst fragile Gebilde, denn Gase können auf vielerlei Wegen in den Weltraum verloren gehen. Nicht nur für Erde, Venus und Mars ist dies ein Prozess mit gravierenden Folgen.
Zu einer Lufthülle gelangt ein Planet, wenn aus seinem Inneren Dämpfe aufsteigen, wenn er flüchtige Substanzen von abgestürzten Kometen und Asteroiden aufnimmt oder dank seiner Schwerkraft Gase aus dem interplanetarischen Raum anzieht. Doch die Atmosphäre kann auch wieder verschwinden – unter Umständen in einem einzigen kosmischen Augenblick. Zwar ist etwa auf der Erde die gegenwärtige Verlustrate der beiden leichtesten Gase gering: Bei Wasserstoff beträgt sie nur rund drei Kilogramm pro Sekunde, bei Helium sind es 50 Gramm. Über geologische Zeiträume hinweg ist aber auch dieses Heraussickern von Bedeutung: "Selbst ein kleines Leck kann ein großes Schiff zum Sinken bringen", sagte schon Benjamin Franklin. Und möglicherweise war die Verlustrate einst erheblich höher.
Das Wissen um die Vergänglichkeit von Atmosphären hat unseren Blick auf das Sonnensystem verändert. So versuchten Forscher jahrzehntelang herauszufinden, warum der Mars eine so dünne Atmosphäre besitzt. Jetzt aber fragen wir uns: Warum besitzt der Rote Planet überhaupt noch eine Atmosphäre?


Der Planetenforscher David C. Catling untersucht das Wechselspiel
zwischen Oberflächen und
Atmosphären von Planeten. 2001
wechselte er vom Ames Research
Center der NASA an die University
of Washington, wo er als Projektwissenschaftler
an der Marslandemission
Phoenix beteiligt war.
Kevin J. Zahnle ist seit 1989 als
Wissenschaftler am Ames Research
Center tätig. Seine Interessen
reichen von Planetenatmosphären
über die Oberflächen bis hin zum
inneren Aufbau von Planeten. 1996
zeichnete ihn die NASA für seine
Arbeiten über den Einschlag des
Kometen Shoemaker-Levy 9 auf
Jupiter mit einer Medaille für
außergewöhnliche Leistungen aus
abrufen





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1. Toller Artikel bis auf einen biologisch unsinnigen Absatz
12.01.2010, Prof. Dr. Dietrich H. Nies, Molekulare MikrobiologieEin Absatz ist allerdings aus physiologischer Sicht purer Unsinn: Bei der oxygenen Photosynthese entsteht zwar molekularer Sauerstoff, jedoch kein molekularer Wasserstoff, sondern Redox-Äquivalente wie NADPH. Auf der anderen Seite erfordert Methanogenese ein stark negatives zelluläres Redox-Potential, was zu höchster Sauerstoff-Empfindlichkeit methanogener Urbakterien (= Archaea) führt. Bei der oxygenen Photosynthese entsteht daher definitiv kein Wasserstoff, den methanogene Archaea zur Methanbildung nutzen können, geht ökologisch und physiologisch nicht!