Die extreme Trockenheit des Nachtgestirns erklären Forscher mit dem Zusammenprall zweier Jungplaneten, bei dem sich nach der gängigen Theorie einst Erde und Mond bildeten. Mit seiner geringen Schwerkraft konnte der neue Trabant demnach das bei der Kollision verdampfte Wasser nicht halten und verlor es in den Weltraum.
Eishaltige Kometen dürften allerdings bis heute wieder mehr als zehn Milliarden Kubikmeter neues Wasser auf den Mond gebracht haben. Doch bezweifelten Forscher lange Zeit, ob er es auch speichern kann, denn in seiner fast nicht vorhandenen Atmosphäre ist Wasser nur unter minus 155 Grad Celsius fest. Da selbst die Nachtseite des Monds diese niedrige Temperatur selten erreicht, sollte alles Eis langsam zu Gas werden und ins All entschwinden.
Frost in ewiger Dunkelheit
Wie bei Lunar Prospector sucht an Bord des LRO erneut ein Neutronen-Spektrometer nach Wasserstoff im Mondboden. Da Neutronen aus dem Sonnenwind bei Zusammenstößen mit leichten Wasserstoffatomen nachweisbar an Energie verlieren, lassen sich größere Eisvorkommen aus der Ferne aufspüren. So sagte bereits die Sonde Mars Odyssey im Jahr 2002 mit dieser Methode Wassereis in einer Region des Roten Planeten voraus, wo der Lander Phoenix es 2008 tatsächlich fand.
Wasser aus Sonnenwind
Nicht nur Einschläge bringen stetig neues Wasser auf den Mond, sondern der Himmelskörper könnte es zudem fortwährend selbst erzeugen. Dafür sprechen Daten des indischen Mondorbiters Chandrayaan-1, der 2008 startete. Carle M. Pieters von der Brown University in Providence wertete mit ihrem Team die Ergebnisse des Infrarot-Spektrometers des Fluggeräts aus [1], während gleichzeitig zwei weitere Forschergruppen dasselbe mit Daten der älteren Sonden Deep Impact und Cassini taten [2,3].
Alle drei Missionen zeigten Hinweise auf Verbindungen von Wasserstoff und Sauerstoff in der Tagregion der Mondoberfläche. Sie entstehen nach Ansicht der Wissenschaftler, wenn ionisierter Wasserstoff des Sonnenwinds mit sauerstoffhaltigen Mineralen der Mondoberfläche reagiert. Obwohl die entstehenden Moleküle in dieser Umgebung sehr instabil sind, sei es denkbar, dass sie teilweise in den extrem kalten polaren Kratern zu Wassereis kristallisieren.
Nachweis im Sturzflug
Die Ergebnisse dieser Mission werden auf die eine oder andere Art große Auswirkungen auf die kommenden Mondprojekte haben. Findet LCROSS Wasser, werden einige Nationen sicherlich ihre geplanten Missionen ändern, um Genaueres zu erfahren. Sind jedoch auch die polaren Krater trocken, hätte das Interesse am Begleiter der Erde womöglich ein Ende – einschließlich des Plans einer dauerhaften Besiedlung.








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