Zahlreiche psychologische Studien belegen: Wir tendieren dazu, uns selbst in einem allzu rosigen Licht zu sehen. Selbsttäuschung ist ein verbreitetes Phänomen (siehe G&G 7-8/2010, S. 44). Problematisch wird der verzerrte Blick, wenn die Abweichung von der Wirklichkeit so groß wird und er negative oder gar zerstörerische Konsequenzen hat. Glaubt jemand, dass er als 50-Jähriger einen Marathon laufen kann, aber völlig untrainiert an den Start geht, riskiert er auf Grund dieser Selbsttäuschung einen körperlichen Zusammenbruch.
Auch Philosophen streiten über Sinn und Zweck der Selbsttäuschung – etwa anhand von Gedankenspielen wie dem vom betrogenen Ehemann


Albert Newen ist Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum, Gottfried Vosgerau lehrt am Philosophischen Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dieser Artikel beruht auf Ideen der beiden Autoren sowie ihres Kollegen Christoph Michel von der Ruhr-Universität Bochum.

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1. Selbsttäuschung
29.11.2010, Jörn Severidt, Rovanieme (Finnland)