Kosmische Gammastrahlenausbrüche (englisch: Gamma-Ray
Bursts, GRBs) wurden Mitte der 1960er Jahre zufällig durch US-amerikanische Militärsatelliten der Vela-Serie entdeckt. Diese extrem kurzlebigen Erscheinungen können zeitlich sehr unterschiedlich verlaufen. Wie wir heute wissen, gibt es zwei Klassen von Bursts, kurze und lange; die Trennlinie liegt bei
etwa zwei Sekunden Dauer. Mit dem »Burst and Transient Source Experiment« (BATSE) auf dem Compton Gamma-Ray Observatory (CGRO, einem Forschungssatelliten der NASA) konnte in den Jahren 1991 bis 2000 etwa täglich ein Burst nachgewiesen werden. Die mit BATSE gemessenen Strahlungsflüsse lagen zwischen 10–14 und 10–10 Wattsekunden pro Quadratzentimeter im Energiebereich
oberhalb von zwanzig Kiloelektronvolt (keV). Bereits damals zeigte sich, dass die stärksten Bursts nachweislich die oberen Schichten der irdischen Ionosphäre stören können. Die durch Batse festgestellte streng isotrope Verteilung der Blitze am Himmel und ihre beobachtete Helligkeitsverteilung machten Mitte der 1990er Jahre deutlich, dass sich die Quellen
der Bursts in kosmologischen Entfernungen befinden.
Der eigentliche Ursprung der Bursts jedoch blieb so lange rätselhaft, bis im Frühjahr 1997 mit Hilfe des italienisch-niederländischen Satelliten BeppoSAX die ersten Afterglows von langen GRBs entdeckt wurden.