Dafür nahmen die Forscher die so genannte Boten-RNA unter die Lupe – jene Moleküle also, die eine Abschrift aktiver Gene darstellen und die Bauanleitung für neue Proteine enthalten. Prompt folgte die Überraschung: Die neun häufigsten Boten-RNAs entsprachen nicht etwa wie erwartet normalen Genen. Stattdessen handelte es sich um so genannte Retrotransposonen vom Typ LINE1.
LINE1-Retrotransposonen sind beim Menschen die wichtigsten Vertreter "springender Gene" – so genannt, weil sie ihre Position im Erbgut verändern können. Hierbei wird eine Kopie ihrer genetischen Information an anderer Stelle wieder in die DNA eingebaut. So wandern Retrotransposonen nicht nur durchs Erbgut, sondern vermehren sich sogar


Stefanie Reinberger ist promovierte Biologin und Wissenschaftsjournalistin in Heidelberg.

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