Verhaltensforschung
Berechenbare Panik
Verschiedene physikalische Modelle erlauben inzwischen, das Verhalten von Menschenmassen in Katastrophenfällen vorherzusagen. Damit können sie helfen, Fluchtwege zu optimieren und so die Anzahl tragischer Unfälle zu senken.
Gerhard Weinreich
In jüngster Zeit hat sich dies nun geändert: Neuere, verfeinerte Modelle beziehen auch psychologische Faktoren ein. Dabei sind im Wesentlichen zwei Ansätze zu unterscheiden. Die einen Modelle greifen auf klassische Bewegungsgleichungen zurück, die über geeignete Parameter an die jeweilige Situation angepasst und mit aufwendigen Näherungsverfahren per Computer gelöst werden. Die anderen nutzen Methoden, die in der Mathematik und Physik erst seit etwa zwei Jahrzehnten eine Rolle spielen; dazu zählt beispielsweise das Konzept des zellulären Automaten. Beide Ansätze profitieren von der rapide gestiegenen Computerleistung, dank der sich heute problemlos numerische Berechnungen durchführen lassen, die noch vor zehn Jahren allenfalls teure Supercomputer zu bewältigen vermochten.
Klassische Bewegungsgleichungen benutzt eine deutsch-ungarische Gruppe um den Physiker Dirk Helbing aus Dresden. Sie interessiert sich für die Frage, wie sich Menschenmassen verhalten, die vor einem Feuer aus einem Raum fliehen. Dazu haben die Forscher ein Mod


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