a) Rundschwanzseekuh b) Afrikanische Eierschlange c) Ameisenbär d) Schnappschildkröte e) Zwergglattwal
Antwort:
Alle außer der Rundschwanzseekuh sind zahnlos.
Erklärung:
Die Rundschwanzseekühe (Trichechidae) - auch Manatis genannt - bilden gemeinsam mit den Dugongs (Dugongidae) die Ordnung der Seekühe (Sirenia). Den an den tropischen Atlantikküsten und in den angrenzenden Flusssystemen heimischen Tieren fehlen im erwachsenen Alter sowohl Schneide- als auch Eckzähne. Bereits bei den Jungtieren, die noch über ein Milchgebiss verfügen, sind die Schneidezähne von einer Kauplatte verdeckt.
Einzig ein paar Backenzähne sind in jedem Kiefer vorhanden. Diese nutzen sich mit der Zeit ab, wandern nach vorn und wachsen im hinteren Kieferbereich nach. Dieser Zahnwechsel hängt wahrscheinlich mit der Ernährungsweise der Tiere zusammen: Manatis fressen große Mengen mit Sand vermischter Wasserpflanzen, wodurch sich die Zahnflächen schnell abnutzen.
In den Meeren der Südhalbkugel gibt es ein weiteres, weit gehend unbekanntes aquatisches Säugetier, den Zwergglattwal (Caperea marginata). Mit einer maximalen Länge von sechs Metern ist er der kleinste aller Bartenwale (Mysticeti), und genau in dieser Sippenzugehörigkeit liegt der Grund für die fehlenden Zähne. Denn während sie als Embryonen im Mutterleib noch über Zahnanlagen verfügen, sind adulte Bartenwale gekennzeichnet durch dicht stehende, dreiseitige Hornplatten im Kiefer, die so genannten Barten, mit deren Hilfe Krill aus dem Wasser gefiltert wird.
Auch die vier Arten umfassende Familie der Ameisenbären (Myrmecophagidae) kommt ohne Zähne aus. Dieses Körpermerkmal der in Mittel- und Südamerika verbreiteten Tiere geht einher mit der namenstiftenden Nahrungsquelle, die auch ohne Beißer mundet: Ameisen. Zunächst werden die Bauten der Insekten mit den kräftigen Krallen der Vorderzehen aufgebrochen, dann kommt die lange, ansonsten in der röhrenartigen Schnauze versteckte Zunge zum Einsatz, mit der das Krabbelvieh aufgeleckt wird. Das Zermalmen der Nahrung übernimmt statt der Zähne ein muskulöser Magenpförtner.
Auch außerhalb der Säugetiere hat sich das Leben ohne Kauleiste bewährt, beispielsweise bei der Afrikanischen Eierschlange (Dasypeltis scabra) aus der Familie der Nattern (Colubridae). Zwar hat sie noch eine Handvoll Zähne, diese sind aber funktionslos und völlig im Gewebe des hinteren Kiefers verborgen. Die Art ernährt sich überwiegend von Vogel- und zum Teil auch Reptilieneiern, die beträchtlich größer sein können als ihr eigener Umfang. Das erbeutete Ei wird geschluckt und erst in der Speiseröhre durch einragende, mit Zahnschmelz überzogene Dornfortsätze mehrerer Halswirbel geknackt. Die Schlangen verzehren anschließend Dotter und Eiklar, die Schalen wandern unverdaut auf dem Rückweg wieder nach draußen.
Auch die Schnappschildkröte (Chelydra serpentina) kommt ohne Zahnarzt aus. Zwar hat das von Nord- bis Südamerika verbreitete Reptil imposante Kiefer, jagt alles von Fischen bis zu Wasservögeln und gilt als aggressiv und beißwütig - doch Zähne finden sich nur bei fossilen Schildkrötenarten. Rezente Panzerträger haben hingegen scharfe Kieferleisten, die zum Fassen der Beute beziehungsweise Abreißen von Pflanzen eingesetzt werden. Gekaut wird bei Reptilien im Übrigen grundsätzlich nicht.
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