An der Südwestspitze Afrikas schnüren sich regelmäßig Warmwasserwirbel aus dem Agulhasstrom ab, die nach Nordwesten driften und schließlich den Golfstrom mit antreiben.
Am namensgebenden Kap Agulhas dringt der Salzversorger einige hundert Kilometer weit in den Atlantik ein, bis er etwas südwestlich von Kapstadt plötzlich wieder kehrtmacht und zum Indischen Ozean zurückströmt. Vier- bis sechsmal im Jahr schnürt sich bei dieser rasanten Kurvenfahrt ein mächtiger Wirbel mit mehreren hundert Kilometern Durchmesser ab: so genannte Agulhasringe, die nun nordwärts ziehen. Ihre Wassertemperaturen liegen im Schnitt um fünf Grad Celsius höher als jene des Südatlantiks, und sie schleppen bis zu 13 Milliarden Tonnen Salz von Ost nach West.
Vom Agulhasstrom im Indischen Ozean schnüren sich an der Südspitze Afrikas Wirbel ab, die in den Atlantik wandern. Gezeigt ist die Momentaufnahme einer Computersimulation. Die Strömungsgeschwindigkeit ist farbkodiert und nimmt von Blau über Grün und Gelb nach Rot zu.
Der Austausch von Wassermassen zwischen dem Indischen und dem Atlantischen Ozean wird normalerweise von den Windverhältnissen der Region erschwert: Die vornehmlich aus West wehenden Winde und Stürme blocken den Zufluss aus Osten ab und drücken Oberflächenwasser eher in die umgekehrte Richtung, wogegen der Agulhasstrom nur schwer ankommt. In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch teils aus natürlichen Gründen, teils aber auch durch die Erderwärmung die Zone der stärksten Winde in Richtung Antarktis verlagert. Durch die Erwärmung der Meere verschob sich beispielsweise die Grenze zwischen subtropischen Wassermassen und dem kalten Zirkumpolarstrom südwärts: An dieser Linie entstehen ausgeprägte Tiefdruckgebiete mit ihren Stürmen.
Karte der ozeanischen Strömungen: Orangefarbene Linien zeigen Warmwasserbewegungen an, grüne Kaltwasserströme. Der Agulhasstrom fließt östlich von Südafrika, an der Westküste dominiert dagegen der kalte Benguelastrom.
Für das Golfstromsystem würde das eine gute Nachricht bedeuten. Denn bislang besteht unter Klimatologen und Ozeanforschern die berechtigte Sorge, dass dieses sich durch die Gletscher- und Meereisschmelze rund um die Arktis abschwächen könnte. Nördlich von Island stürzen gegenwärtig jede Sekunde Milliarden Liter Wasser in die Tiefe und ziehen dabei an der Oberfläche frisches warmes Wasser aus dem Süden nach. Angetrieben wird die Pumpe durch den Salzgehalt dieses Wassers: Auf dem Weg nach Norden verliert die ohnehin salzige Strömung durch Verdunstung nicht nur Wärmeenergie, es erhöht sich auch noch die Konzentration der gelösten Minerale. Dadurch wird das Wasser schwerer als jenes der Umgebung und sinkt schließlich ab.
Diese Satellitenbildaufnahme im Infrarot zeigt deutlich, wie weit warmes Wasser nach Norden durch das Golfstromsystem vordringt.








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