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THE LANCET   12.02.10
 
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Brustkrebs-Diagnose: ergänzende Magnetresonanztomogramme bringen keine Vorteile

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Das Hinzuziehen von Magnetresonanztomogrammen (MRT) zu herkömmlichen Triple-Assessment-Methoden bleibt ohne Auswirkungen auf die Reoperationsrate. Professor Lindsay Turnbull von der University of Hull sowie der Hull Royal Infirmary und Kollegen folgern dies in der aktuell veröffentlichten COMICE-Studie.

Diese randomisierte kontrollierte Studie fand in 45 britischen Zentren statt, wobei 1623 Frauen im Alter von 18 oder mehr Jahren mit einer per Biopsie bestätigten primären Brustkrebserkrankung erfasst wurden. Alle Frauen waren nach dem Triple-Assessment einer Tumor entfernenden Operation zugeteilt. Die Patientinnen wurden per Zufallsverfahren einer MRT (816) oder keinem weiteren bildgebenden Verfahren (807) zugeordnet. Primärer Endpunkt war der Anteil jener Patientinnen, die sich innerhalb von 6 Monaten einer erneuten Operation oder weiteren Brustamputation unterziehen mussten, oder eine pathologisch vermeidbare Brustamputation während der Erstoperation.

Wie die Forscher feststellten, zeigte die zum herkömmlichen Triple-Assessment ergänzend durchgeführte MRT keine signifikante Verknüpfung mit einer verringerten Reoperationsrate. In der MRT-Gruppe benötigten 153 Patientinnen (19 Prozent) eine erneute Operation, in der Kontrollgruppe 156 (19 Prozent).

Die Autoren bemerken: "In dieser Analyse konnten wir zwischen den beiden Gruppen nach 12 Monaten nach der Erstoperation keine Unterschiede in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität feststellen. Im Sinne der Gesamtkosten deuten die Ergebnisse allerdings einen Unterschied zwischen den beiden Versuchgruppen an, wobei die MRT-Gruppe mehr Kosten verursachte als die MRT-freie Gruppe. Der Unterschied fiel statistisch jedoch nicht signifikant aus. Mit Blick auf die gleichen klinischen und gesundheitsbezogenen Lebensqualitäts-Ergebnisse der Patientinnen beider Gruppen schließen wir, dass die zum herkömmlichen Triple-Assesssment ergänzend durchgeführten MRTs während der Phase der Erstoperation einen zusätzlichen Verbrauch von Mitteln zur Folge haben könnten, wobei sich keinerlei oder ein nur geringer Nutzen für Mitteleinsparungen oder gesundheitliche Ergebnisparameter abzeichnet. Hinzu kommt die zusätzliche Belastung der Patientinnen durch weitere Klinikaufenthalte."

Die Forscher folgern: "Unsere Ergebnisse haben wichtige Folgerungen für die routinemäßige klinische Praxis des angemessenen Einsatzes finanzieller Mittel für Gesundheitsfürsorge einerseits und die Belastungen des Gesundheitssystems durch Patienten andererseits. Die MRT ist ein teures Verfahren. Da die Verwendung von MRT-Daten während Operationen zur Steuerung umfangreicher lokaler Gewebsexzisionen weltweit vergleichbar ist, denken wir, dass unsere Erkenntnisse gegenüber allen Gesundheitsdienstleistern verallgemeinerbar, und MRTs somit bei diesen Patientengruppen mit Blick auf die Verringerung der Reoperationsraten wohl nicht notwendig sind."

In einem Begleitkommentar bemerkt Dr. Elizabeth A. Morris vom Sloan-Kettering Cancer Center und dem Weill Cornell Medical College in New York: "Es ist noch zu früh, um vollständig auf präoperative MRTs der Brust zu verzichten. Wichtig jedoch ist, dass COMICE zeigen konnte, dass präoperative Brust-MRTs nicht bei allen Frauen angezeigt sind, und dass routinemäßige Brust-Tomografien zur Bewertung einer frühen Brustkrebserkrankung Reoperationsraten nicht verringern können, wie es von den Teilnehmerinnen dieser Studie gezeigt wurde."

Quelle: L Turnbull and others. Comparative effectiveness of MRI in breast cancer (COMICE) trial: a randomised controlled trial. Lancet 2010; 375: 563
 
http://www.thelancet.com
 
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