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THE LANCET   26.02.10
 
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Ischämische Konditionierung begrenzt Schaden nach Herzattacken

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Die ischämische Konditionierung macht sich körpereigene Schutzmechanismen zu Nutze und kann somit im Fall eines akuten Myokardinfarkts das Ausmaß des Schadens am Herzgewebe begrenzen, wie ein aktueller Artikel berichtet.

Nach einem Herzinfarkt ist die Größe des zerstörten Gewebes (Fläche des auf Grund der unterbrochenen Blutversorgung absterbenden Gewebes) eine wesentliche Bestimmungsgröße für die Ergebnisparameter des Patienten. Die ischämische Konditionierung ist ein jeweils mehrere Minuten andauernder Vorgang, der mittels einer Blutdruckmanschette die Blutversorgung des Herzens mehrfach unterbricht und wieder startet. Dies macht das Herzgewebe durch verringerten Blutfluss (Ischämie) und unmittelbar nachfolgendes Einsetzen des Blutstroms (Reperfusion) Schädigungen gegenüber widerstandsfähiger.

Hans Erik Bøtker vom Department of Cardiology am Aarhus University Hospital im dänischen Skejby und Kollegen untersuchten anhand des Salvage Indexes, ob durch eine ischämische Fernkonditionierung mehr Herzgewebe gerettet werden könnte. Die Forscher starteten eine randomisierte Studie, in der einige mit akutem Herzinfarkt zur primären perkutanen Koronarintervention in ein Krankenhaus eingelieferte Patienten noch im Rettungswagen eine ischämische Konditionierung (n=73) erhielten, andere dagegen nicht (n=69). Primärer Endpunkt war der Salvage Index nach 30 Tagen nach der Koronarintervention.

Diejenigen Patienten, die eine ischämische Konditionierung erhalten hatten, zeigten einen besseren Erhaltungsgrad des Herzmuskels. Der mediane Salvage Index lag bei 0,75 in der Gruppe mit ischämischer Konditionierung gegenüber 0,55 in der Kontrollgruppe, der mittlere Salvage Index lag bei 0,69 gegenüber 0,57.

Die Autoren stellen fest: "Der schützende Effekt erschien bei Patienten mit vollständig verschlossenen Gefäßen und Infarkten der linken Koronararterie am stärksten ausgeprägt. Beides war mit nahezu verdoppelten risikobehafteten Gewebebereichen verknüpft. Wir konnten jedoch keine Wechselwirkung zwischen Fernkonditionierung und verschlossenen Gefäßen oder dem Infarktort feststellen. Da das Sicherheitsprofil der Fernkonditionierung günstig erscheint, sollte kein Patient von dieser Maßnahme ausgeschlossen werden."

Die Forscher folgern daher: "Die Wirksamkeit der Fernkonditionierung nach dem Einsetzen einer Ischämie im Zielorgan könnte für die Behandlung von Herzinfarkten und Schlaganfällen mit Thrombolytika Folgerungen haben. Außerdem machen Schlichtheit, niedrige Kosten und Wirksamkeit das Verfahren zur Untersuchung in breit angelegten klinischen Studien attraktiv."

In einem begleitenden Kommentar bemerken Professor Michel Ovize und Professor Eric Bonnefoy von den Hospices Civils de Lyon am Hôpital Cardio-vasculaire et Pneumologique in Lyon: "In einer Zeit erheblicher Schwierigkeiten, die Kosten unserer Gesundheitssysteme zu bewältigen, zeigen Bøtker und Kollegen, dass eine nichtinvasive, einfache, sichere und kostengünstige Maßnahme, womöglich bereits von Rettungssanitätern durchgeführt, den Erhalt von Herzmuskelgewebe signifikant steigern kann. Die Forscher konnten belegen, dass eine Fernkonditionierung bei Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) den Erhalt von Herzmuskelgewebe signifikant steigern kann, was vermuten lässt, dass dieses Verfahren eine neue leistungsfähige Behandlungsoption für diese Patienten darstellt."

Die Kommentatoren folgern: "Diese Studie bestätigt klinische Machbarkeitsstudien und deutet an, dass als nächstes wesentliches Ziel bei Patienten mit akuten Myokardinfarkten tödliche Verletzungen während der Reperfusion angegangen werden müssen. Jede aus dieser Studie hervorgehende Begeisterung muss jedoch durch die Notwendigkeit gedämpft werden, den tatsächlichen klinischen Nutzen in breit angelegten klinischen Studien zu untersuchen."

Quelle: Michel Ovize, Eric Bonnefoy. Giving the ischaemic heart a shot in the arm. Lancet 2010; 375: 699
 
http://www.thelancet.com
 
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