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03. März 2010

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J.Götz, Dresden am 03.03.2010 zu:
Megabatterie für die Flauten     zum Artikel »
 

Warnung vor zu großer Euphorie

 
Zunächst sollten die Maßeinheiten richtig gebraucht werden. Da es um die Speicherung von elekrischen Energiemengen geht, sollte die Speicherkapazität in Gigawattstunden, Megawattstunden oder Kilowattstunden angegeben werden und nicht die Leistung, die die Batterie unter Last über einen gewissen Zeitraum abgeben kann.

Weiterhin möchte ich folgende Bedenken anbringen:
Wenn ich die Angaben im Artikel richtig zuordne, hat die entwickelte Batterie eine Kapazität von 700 Kilowattstunden und könnte ein Megawatt abgeben, d.H. sie ist nach 0,7 Stunden leer. Ihre Leistungsdichte beträgt rund 0,01 Megwattstunden pro Kubikmeter.

Betrachtet man den Fall, dass die in Deutschland installierten 25 Gigawatt Windkraft für einen Tag (24 Stunden) zum Beispiel durch solche Batterien ersetzt werden sollten, würde eine Energiemenge von rund 600 Gigawattstunden benötigt, für die rund ein Million dieser Batterien erforderlich wären. Die Kosten von Lithiumbatterien dieser Größe dürften derzeit im sechstelligen Bereich liegen. Um also einen Tag Flaute überbrücken zu können, wären Investitionen im Bereich einiger hundert Milliarden Euro erforderlich. Ist das effektiv?

Deutschland hat vor dem Hintergrund der derzeit ans Netz angeschlossenen Kraftwerke eine Leistungsreserve von 7000 Megawatt vorzuhalten. Das entspricht grob fünf Kernkraftwerken der Leistungsklasse 1,5 Gigawatt. Die Kosten eines solchen Kernkraftwerks liegen in der Größenordnung fünf Milliarden Euro. Die Zahlen sprechen für sich: der Weiterbetrieb und gegebenenfalls Neubau von Kernkraftwerken ist ökonomisch und sinnvoll, weil er eine sichere Versorgung zu wirtschaftlichen Preisen garantiert. Die Argumente zur Sicherheit werden gern nachgeliefert.

In diesem Zusammenhang sei auch auf die Entwicklung des ITER verwiesen, mit dem die Energieversorgung zukünftig sichergestellt werden könnte - auch wenn es durchaus Probleme bei dessen Entwicklung gibt.
 
J.Götz, Dresden
 
szmtag