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06. März 2010

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Klaus Moll am 06.03.2010 zu:
Methan blubbert aus dem Ozean     zum Artikel »
 

Methananreicherung

 
Wenn die Zahlen richtig sind und die Methankonzentration in der Atmosphäre im Schnitt um 135 Prozent über dem Mittel der Vergangenheit liegt, die darüber hinaus 25 Mal so treibhauswirksam wie CO2 sein sollen, dann entspricht der Beitrag des Methans fast einem Drittel des Gesamtbeitrags der Treibhausgase. Besonders bedenklich sind hier drei Faktoren. Erstens der Umstand, dass sich der Methanausstoß erst vor Kurzem als Folge der bereits spürbaren Veränderungen ergibt und demzufolge die Isolierwirkung der Atmosphäre beschleunigt verstärkt. Zweitens, dass man die Gesamtmenge des zu erwartenden Methans nicht kennt und auch nicht mehr direkt durch eine Verringerung der Kohlendioxidemissionen kontrollieren kann. Er weist darüber hinaus auf eine große Unbekannte hin, nämlich die bisherige Kalorienaufnahme der Weltmeere. Der Artikel spricht vom Permafrost des Meeresbodens. Zwar können die riesenhaften Eismengen der Antarktis hier noch eine vorübergehende Bremswirkung haben, aber zu welchen Kosten. Jede fünfzig Meter Höhenverlust des Eises auf einer Gesamtfläche von 22 Millionen Kilometer würde einen Anstieg des Meeres um 3,3 Meter bedeuten.

Bei großflächigem Abschmelzen des von manchen auf durchschnittlich 1500 Meter Höhe geschätzten Eispanzers wären das 100 Meter Anstieg. Die tektonischen Auswirkungen bei einer Eisentlastung der Antarktis sind dabei noch gar nicht abzuschätzen.
Diese nüchternen Zahlen sollen keine Panik hervorrufen, fordern aber beschleunigtes ernsthaftes Nachdenken weit über Kopenhagen hinaus.

Klaus Moll
 
Klaus Moll
1@moll.net
 
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