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THE LANCET   19.03.10
 
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Sirolimus-Stents besser als Zotarolimus-Stents

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Der häufig verwendete Sirolimus-freisetzende Stent ist dem Zotarolimus-freisetzenden Stent der zweiten Generation in Fragen der täglichen klinischen Praxis an Patienten überlegen, folgert die SORT OUT III-Studie in einem vorab 'Online First' veröffentlichten Artikel. Die Behandlung mit dem Sirolimus-Stent halbiert innerhalb von 9 Monaten nach der Implantation die Wahrscheinlichkeit eines schweren unerwünschten herzbezogenen Ereignisses verglichen mit dem Zotarolimus-Stent. Außerdem reduziert der Sirolimus-Stent die Notwendigkeit wiederholter Revaskularisierungen (Wiederherstellung des Blutstroms im Gefäß), bietet ein niedrigeres Risiko für Herzattacken in den 18 Monaten nach der Behandlung, und mindert auch das Risiko für Thrombosen im ersten Jahr nach dem Einsetzen.

Medikamente freisetzende Gefäßstützen kommen bei perkutanen Koronarintervention (PCI) zum Einsatz, um die Häufigkeit der Restenosen in den Gefäßen (Wiederverengungen) bei Patienten mit Erkrankungen der koronaren Arterien verringern zu helfen.

Frühere Studien haben die Sicherheit der Medikamente wie beispielsweise Sirolimus freisetzenden Stents der ersten Generation auf Grund später oder sehr spät eintretender Thrombosen in Frage gestellt. Stents der zweiten Generation, die Substanzen wie Zotarolimus abgeben, sollten Sicherheit und Wirksamkeit verbessern. Es wurde nachgewiesen, dass sie im Vergleich zu reinen Metall-Stents Restenose-Raten verringern konnten, ohne dabei das Risiko von Stentthrombosen zu erhöhen. Allerdings waren diese Studien auf Niedrigrisiko-Patienten begrenzt, die weder komplexe Läsionen ncoh akute koronare Syndrome aufwiesen. Außerdem sollten diese Studien nur den angiografisch festgestellten späten Lumenverlust (Wiederverengung der Arterien auf Grund wachsenden Narbengewebes) oder das Versagen der Zielgefäße bewerten.

Jens Flensted Lassen und Kollegen aus Dänemark verglichen Wirksamkeit und Sicherheit (erfasst durch das Auftreten von Herz-Tod, Herzattacke und Stentthrombose) Sirolimus-freisetzender und Zotarolimus-freisetzender Stents, um diesen Begrenzungen zu begegnen. Die Studie wurde so entworfen, dass sie die routinemäßige klinische Praxis widerspiegeln sollte. Die weiten Einschlusskriterien erfassten auch alltägliche Patienten mit komplexeren Läsionen.

Die SORT OUT III-Studie ordnete zwischen Januar 2006 und August 2007 2332 Patienten per Zufallsverfahren einer Therapie mit Sirolimus-freisetzenden (1170) oder Zotarolimus-freisetzenden Stents (1162) zu. Die dänischen Gesundheitsregister wurden herangezogen, um klinische Ereignisse während der Nachuntersuchungsphase aufzudecken.

Patienten mit einem Zotarolimus-freisetzenden Stent hatten über 9 Monate hinweg ein zweifach höheres Risiko schwerer unerwünschter herzbezogenener Ereignisse gegenüber den mit Sirolimus-freisetzenden Stents behandelten Patienten (6 Prozent vs. 3 Prozent). Dies war in erster Linie eine Folge der verringerten Notwendigkeit von Revaskularisierungen der Zielgefäße in der Sirolimus-Gruppe. Zudem wurden in dieser Gruppe weniger Herzattacken und Stentthrombosen beobachtet.

Nach 18 Monaten blieb der signifikante Unterschied zwischen den beiden Gruppen bezüglich schwerer unerwünschter herzbezogenener Ereignisse bestehen (10 Prozent unter Zotarolimus vs. 5 Prozent unter Sirolimus). Hervorgerufen wurde dies durch die verstärkte Notwendigkeit von Gefäß-Revaskularisierungen und einer höheren Häufigkeit von Herzattacken in der Zotarolimus-Gruppe.

Die Sterblichkeit aus allen Gründen war nach 9 Monaten nach der Behandlung noch vergleichbar, nach 18 Monaten allerdings signifikant unterschiedlich (4 Prozent unter Zotarolimus vs. 3 Prozent unter Sirolimus).

Die Autoren stellen fest: "Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass der reduzierte antiproliferative Effekt der Zotarolimus-freisetzenden Stents einen Rückgang der klinisch vorangetriebenen Effizienz in der routinemäßigen klinischen Fürsorge zur Folge hat."

Die Forscher folgern: "Der Sirolimus-freisetzende Stent ist dem Zotarolimus-freisetzenden Stent bei Patienten, die unter routinemäßiger klinischer Versorgung stehen, überlegen."

In einem begleitenden Kommentar diskutieren Mark Webster und John Ormiston vom Auckland City Hospital in Neuseeland die Studie im Zusammenhang mit anderen Kopf-an-Kopf-Vergleichen von Medikamenten freisetzenden Stents.

Quelle: K Rasmussen and others. Efficacy and safety of zotarolimus-eluting and sirolimus-eluting coronary stents in routine clinical care (SORT OUT III): a randomised controlled superiority trial. Lancet 2010; 375: 10.1016/S0140-6736(10)60208-5
 
http://www.thelancet.com
 
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