Im Kern aktiver Galaxien spiralt Materie in Form einer Akkretionsscheibe auf ein supermassereiches Schwarzes Loch zu. Im Falle von Blazaren ist einer der dort entstehenden lichtschnellen Materiestrahlen – der Jets – zufällig genau auf die Erde gerichtet.
Elektromagnetische Wellen dieser Energie – Gammastrahlen – können sich im All nicht völlig ungehindert ausbreiten. Sie verlassen zwar den Galaxienhaufen, in dem der Blazar zu Hause ist, stoßen aber nach durchschnittlich einer Viertelmilliarde Lichtjahre langen Reise durch die Weiten des Alls mit anderen Lichtteilchen Extragalactic Background Light (EBL) –> zusammen. Dabei entstehen Elektron-Positron-Paare, diese Elementarteilchen stoßen schließlich mit Photonen der Kosmischen Hintergrundstrahlung zusammen und übertragen auf sie so viel Energie, dass diese zu GeV-Gammaquanten werden.
Davor sind die geladenen Partikel jedoch eine Weile im Raum zwischen den Galaxienhaufen unterwegs. Ist dort ein Magnetfeld ausreichender Stärke präsent, lenkt es die Elektronen und deren Antiteilchen von ihrer ursprünglichen Bahn ab und die "recycelte" Gammastrahlung erreicht die Erde, besser gesagt, das Fermi-Observatorium in der Umlaufbahn. Der Grad der Ablenkung hängt dabei von der Energie ab – langsamere Elektronen werden mehr beeinflusst als schnelle.
Dies ist zwar schwach, jedoch genug um zu belegen, dass das Magnetfeld nicht nur durch Prozesse innerhalb der Galaxien, sondern überall im frühen Kosmos entstanden sein muss. Diese so genannte Magnetogenese könnte zu verschiedenen Zeitpunkten stattgefunden haben, entweder in den ersten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall oder als das Universum für Licht durchsichtig wurde, rund 400 000 Jahre danach. Das neue Ergebnis reduziert somit die Unsicherheiten bei den Größen, die in die theoretischen Modelle eingehen, beträchtlich. (dre)






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