Diese künstlerische Darstellung von Gas und Staub um einen kürzlich explodierten Stern basiert auf Beobachtungen der Supernova SN 1987A. Die Messungen enthüllten die dreidimensionale Verteilung des ausgeworfenen Materials. Das Bild zeigt die verschiedenen Teile des Sternenrests: zwei äußere Ringe (links und rechts), ein innerer Ring (Mitte) und den Zentralbereich.
Mit Hilfe neuer Beobachtungen ist es möglich, die Struktur der zentralen Bereiche der Explosionsüberreste dreidimensional darzustellen. Dafür verwendeten Forscher das Infrarotspektrometer SINFONI am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile.
Die neuen Daten zeigen insbesondere, dass die Explosion in einigen Richtungen stärker und schneller erfolgte als in anderen. Daraus ergab sich eine unregelmäßige Form: Einige Teilbereiche der Explosionswolke erstrecken sich weiter in den Raum hinaus als andere. Mit SINFONI ist es möglich, anhand der Verschiebung der Spektrallinien die Geschwindigkeit der Materieauswürfe in unterschiedlichen Bereichen des Supernovaüberrests räumlich aufgelöst zu untersuchen. Rechnet man die Geschwindigkeiten auf den Explosionsort zurück, ergibt sich daraus die dreidimensionale Struktur der sich ausbreitenden Materiewolke.
Das Material, das bei der Explosion ausgestoßen wurde, bewegt sich mit 100 Millionen Kilometern pro Stunde nach außen – rund einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit. Aber sogar mit dieser Geschwindigkeit benötigte das Material zehn Jahre, um einen Ring aus Gas und Staub zu erreichen, den der sterbende Stern vor der Explosion ausgestoßen hatte. Die Bilder dokumentieren auch eine weitere Welle aus Sternmaterial, die sich mit einem Zehntel der genannten Geschwindigkeit ausbreitet. Sie wird von radioaktiven Elementen aufgeheizt, die bei der Explosion erzeugt wurden.
Karina Kjær, die Leiterin des Wisseschaftlerteams, erläutert: "Wie es genau zu einer Supernovaexplosion kommt, ist nach wie vor nicht besonders gut verstanden, aber die Art und Weise, wie der Stern explodierte, kann man aus den innersten Bereichen der Explosionswolke ablesen. Wir sehen, dass die Materie dort nicht in alle Richtungen gleichmäßig ausgestoßen wurde. Stattdessen scheint es eine Vorzugsrichtung zu geben, die sich von derjenigen unterscheidet, die man anhand der Lage des Ringes erwarten würde."
Dieses asymmetrische Verhalten wird von einigen aktuellen Computermodellen von Supernovaexplosionen vorhergesagt. Diese Modelle ergaben großräumige Instabilitäten während der Explosion. Die neuen Beobachtungen liefern daher die erste direkte Bestätigung dieser Modelle. (eso)





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