Deutsche Website   

Logo LancetAktuellÜber LancetAbonnementKontaktLeere Leiste


English Site:

Home

Register

E-Toc

Subscribe



In Kooperation mit www.wissenschaft-online.de


Übersicht

THE LANCET   03.09.10
 
- Druckversion

----------

Die Hälfte aller Kinder mit schwerem Asthma könnte herkömmlich therapiert werden

----------

Viele Kinder mit problematischem schwerem Asthma, die nicht auf Behandlungen ansprechen, sind falsche diagnostiziert worden oder nehmen ihre Medikamente nicht korrekt ein. Trotz wesentlicher Fortschritte in den Behandlungsstrategien bei Patienten mit therapieresistentem Asthma erscheint als beste Vorgehensweise eine umfassende multidisziplinäre Bewertung, die zur Folge hätte, dass mindestens 50 Prozent dieser Kinder mit Standardtherapien erfolgreich behandelt werden könnten. Dies folgert ein aktueller Review in der Lancet-Spezialausgabe zum 20. Jahreskongress der European Respiratory Society (ERS).

Gegenwärtige Behandlungsstrategien für schweres Asthma beruhen auf nur sehr begrenzten Forschungsergebnissen, und es gibt auch keine randomisierten Studien zur Behandlung von therapieresistentem Asthma bei Kindern.

Andrew Bush und Sejal Saglani vom Imperial College London und dem Royal Brompton Harefield NHS Foundation Trust begutachteten daher Hinweise aus veröffentlichten Artikeln über Erwachsene mit schwerem Asthma und Kinder mit mildem bis moderatem Asthma. Sie nutzten auch Daten aus ihrer eigenen klinischen Praxis, um Empfehlungen zur Behandlung von schwerem Asthma bei Kindern zu formulieren.

Die bewerteten Studien zeigten, dass viele Fälle eines offensichtlich therapieresistenten Asthmas auf Grund einer mangelhaften Berücksichtigung der Behandlungsgrundlagen auftreten. Zu diesen zählen die Einhaltung der Therapievorgaben, Inhalationstechnik, Dosierung und Häufigkeit, sowie die Minimierung des Einflusses von Auslösern aus der Umgebung wie Allergene und Rauch. In der Tat berichteten die Studien, dass weniger als die Hälfte der Kinder mit problematischem schwerem Asthma, die einer fachärztlichen Versorgung zugewiesen wurden, tatsächlich an therapieresistentem Asthma litten. Die Autoren heben hervor, dass der Kampf gegen schweres Asthma eine multidisziplinäre Vorgehensweise erfordert, um Fehldiagnosen zu verhindern und Behandlungsmaßnahmen zu verbessern.

Die Autoren empfehlen zunächst eine gründliche Neubewertung, um die Diagnose zu bestätigen und sicher zu stellen, dass grundsätzliche Behandlungsstrategien korrekt befolgt werden. Daran anschließen sollte ein multidisziplinärer Filterungsprozess, um festzustellen, ob das Asthma durch Komorbidität (beispielsweise Atmungsstörungen, Fettleibigkeit und Nahrungsmittelallergien) verschlimmert wird, oder ob ein Kind an einem schwierigen Asthma leidet, dass sich verbessert, wenn potenziell umkehrbare Grundlagen wie eine schlechte Therapieeinhaltung korrigiert werden, oder ob ein tatsächlich therapieresistentes Asthma vorliegt, das sich weiterhin symptomatisch zeigt, obwohl die Behandlungsgrundlagen verbessert wurden.

Wenn nun die Behandlungsgrundlagen eingehalten werden, empfehlen die Autoren zwei Phasen invasiver Untersuchungen, um die Symptome zu überprüfen, gefolgt von der Entwicklung eines individuellen, auf klinische Symptome und deren zugrundeliegende Pathophysiologie zugeschnittenen Therapieplans.

Der Review diskutiert außerdem die Schwierigkeiten, die der Behandlung eines schweren therapieresistenten Asthmas ohne Beweisgrundlage bei Kindern gegenüberstehen, und untersucht die verfügbaren Therapieoptionen mit zugelassenen und nicht zugelassenen Medikamenten und experimenteller Therapie, beruhend auf der persönlichen Praxis der Autoren.

Die Autoren betonen, dass zukünftige Therapieoptionen erfolgversprechende Behandlungen von Erwachsenen wie monoklonale Antikörpertherapien und Bronchialthermoplastie beinhalten werden. Hierfür müssen jedoch erst noch Daten bei Kindern erhoben werden.

Der Review folgert daraus: "Trotz des Interesses an innovativen Ansätzen wird das Richtigstellen der Behandlungsgrundlagen bei Kindern mit offensichtlich schwerem Asthma auch in absehbarer Zukunft Basis der Behandlungsmaßnahmen bleiben."

Quelle: A Bush and S Saglani. Management of severe asthma in children. Lancet 2010; 376: 814
 
http://www.thelancet.com
 
----------

- Als E-Mail versenden



Suche Oben
Suche links
 Schnellsuche*
 
 * in den Pressemeldungen
Suche rechts
Suche unten