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THE LANCET   18.02.11
 
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Körperliche Gesundheit darf bei psychisch Kranken nicht vernachlässigt werden

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Personen mit schweren psychischen Störungen haben eine um etwa 16 bis 25 Jahre geringere Lebenserwartung gegenüber der Allgemeinbevölkerung. Haupttodesursache bei diesen Menschen ist jedoch nicht die Selbsttötung, sondern die koronare Herzkrankheit. Der aktuelle Leitartikel stellt daher fest, dass die körperliche Gesundheit von Patienten mit schwerwiegenden psychischen Erkrankungen, die Psychopharmaka nehmen, nicht vernachlässigt werden darf.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der "Archives of General Psychiatry" zeigt, dass Patienten, die nur ein Präparat aus dem breiten Spektrum der Psychopharmaka nehmen, in den ersten 6 bis 8 Wochen der Therapie häufig zwischen 5 bis 6 Kilogramm Gewicht zunehmen. Obwohl diese Patienten eine geringere Sterblichkeitsrate aufweisen als ihre nicht mit Psychopharmaka behandelten Mitpatienten, steht es um ihre Gesundheit im Mittel schlechter als um die der Allgemeinbevölkerung. Der Leitartikel schreibt: "Die Kombination von Psychopharmaka-Nebenwirkungen mit schlechtem Ernährungszustand, körperlicher Inaktivität, hohen Raucherraten und anderen mit psychischen Erkrankungen verknüpften Faktoren, hat zusammen mit sozioökonomischen Entbehrungen eine verheerende Auswirkung auf die kardio-metabolische Gesundheit. Wenn existierende Psychopharmaka auf Dauer verwendet werden sollen, zumindest in näherer Zukunft, was kann dann unternommen werden, um ihre Auswirkungen zu mildern und die kardio-metabolische Gesundheit der Patienten zu verbessern?"

Der Leitartikel begrüßt die Strategie des britischen Gesundheitsministeriums zur psychischen Gesundheit, die darauf zielt, die körperliche Gesundheit jener Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen zu verbessern, beklagt allerdings auch den Mangel an Ausführlichkeit und die offensichtliche Konzentration auf nur einen Risikofaktor: das Rauchen. Daher bemerkt der Leitartikel: "Die Lösungen sind weit komplexer: allerdings, wie Forschungen gezeigt haben, sind Maßnahmen zur Aufgabe des Rauchens und Gewichtsverlust bei Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen wirkungsvoll."

Wer jedoch soll die Verantwortung zur Verbesserung der körperlichen Gesundheit übernehmen? Der Leitartikel hält fest, dass dies zwar traditionellerweise Aufgabe der primären Gesundheitsfürsorge ist, einige Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen jedoch ihr psychiatrisches Team weit häufiger konsultieren werden und daher auch bevorzugt von diesem psychisch betreut werden möchten. Patienten sollten vor der Inanspruchnahme eines psychiatrischen Dienstes auf ihren körperlichen Zustand hin untersucht werden, da "es nur logisch ist, gleichzeitig mit Maßnahmen zur körperlichen Gesundheit zu beginnen", so die Meinung des Leitartikels.

Der Leitartikel fügt hinzu: "Die fehlende Schulung von Psychiatern und Krankenschwestern hinsichtlich Fragen der körperlichen Gesundheit ist bedenklich. Mit Blick auf die Fülle an Hinweisen zu Querverbindungen zwischen psychischer und körperlicher Gesundheit sowie verschriebener Medikation sollte die psychiatrische Schulung der Absolventen bezüglich hinweisbasierter Maßnahmen bei kardio-metabolischen Erkrankungen neueste Erkenntnisse bevorzugen."

Die Folgerung des Leitartikels lautet: "Psychopharmaka stellen ein klares Risiko für die kardio-metabolische Gesundheit dar. Dieses Risiko ist, allzu oft, notwendig. Die Abstimmung zwischen psychischem und physischem Wohlbefinden ist eine, die kein Patient gezwungen sein sollte, selbst vorzunehmen. Die Aufteilung von Körper und Psyche ist überholt und gefährlich. Der Preis einer guten psychischen Verfassung darf nicht ein Leben lang körperliche Erkrankung sein."

Quelle: . No mental health without physical health. Lancet ; : 611
 
http://www.thelancet.com
 
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