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Rezension | 13.05.2003
Quelle: Gehirn&Geist 3/03
 

Segen und Fluch

Was fängt man mit einem hochbegabten Kind an?
Glücklich und stolz könnten Eltern hochbegabter Kindern über ihre ungewöhnlichen Sprösslinge sein. Leider sieht die Realität oft ganz anders aus. Statt sich über die besonderen Anlagen ihres Nachwuchses zu freuen, fühlen Mama und Papa sich meist verunsichert und überfordert.

Ihnen rät die Sozialpsychologin Aiga Stapf, Lehrbeauftragte an der Universität Tübingen, zunächst die überdurchschnittliche kindliche Intelligenz feststellen zu lassen und anschließend einen erfahrenen Psychologen aufzusuchen. Denn erst nach einer ausführlichen Beratung können viele betroffene Eltern auf die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder angemessen eingehen.

Ist ein hochbegabtes Kind in der Schule unterfordert, bietet sich eventuell an, eine Klassenstufe zu überspringen, um die Freude am Lernen wieder zu beleben. Gegnern des "Springens" - die eine spätere Überforderung der Schüler befürchten - widersprechen die Ergebnisse langfristiger Untersuchungen: Hochbegabung scheint stabil zu sein - einmal hochbegabt, immer hochbegabt.

Ob Hochbegabung als Segen oder als Fluch empfunden wird, hängt für Aiga Stapf mit der rechtzeitigen Diagnose und der Einstellung des Umfeldes ab: Eltern, Erzieher, Lehrer und weitere Bezugspersonen. Denn nur wenn einem Kind Verständnis für seine besonderen Begabungen entgegengebracht wird, kann es diese entfalten und mit sich selbst ins Reine kommen. Das Buch von Aiga Stapf empfiehlt sich hier als guter Ratgeber.
Dr. Dagmar Knopf
Die Rezensentin ist promovierte Biologin und freie Wissenschaftsjournalistin in Limburg

 
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