Themenseite | 28.03.2004

Serie zur räumlichen Geometrie

Diese Serie bringt jeden Monat einen neuen Spaziergang in die anschauliche und doch überraschende Welt der dreidimensionalen Geometrie. Diesmal nutzen wir die frisch erworbenen Kenntnisse in der Gruppentheorie, um große Mengen symmetrischer Körper zu erzeugen.

Rechts–links, vorne–hinten, oben–unten: Räumliche Beziehungen in ein rechtwinkliges Koordinatensystem einzuordnen, fällt uns nicht schwer. Unser Vorstellungsvermögen wird schon mehr gefordert, wenn es darum geht, Spiegelungen um irgendwie schräg im Raum liegende Ebenen nachzuvollziehen oder einen sternförmigen Körper in seine Bestandteile zu zerlegen. Etwas elementare Geometrie und, vor allem, Symmetrieüberlegungen werden uns dabei hilfreich sein.

Die "Serienhelden" sind die fünf platonischen Körper. Sie sind so symmetrisch wie überhaupt nur möglich. Deswegen haben sie unweigerlich bei jeder besonders schönen räumlichen Anordnung ihre Finger im Spiel. Hier sind sie, zusammen mit einigen ihrer wesentlichen Eigenschaften:

Tetra-
eder
Okta-
eder
Würfel Dodeka-
eder
Ikosa-
eder
1)
4
8
6
12
20
2)
6
12
12
30
30
3)
4
6
8
20
12
4)
ca. 70°
ca. 110°
90°
ca. 118°
ca. 140°
5)

1) Anzahl der Flächen
2) Anzahl der Kanten
3) Anzahl der Ecken
4) Winkel zwischen benachbarten Flächen
5) Dualität:
Wenn man die Flächenmittelpunkte eines platonischen Körpers durch Kanten verbindet, und zwar immer die Mittelpunkte der Flächen, die eine Kante gemeinsam haben, dann entsteht ein anderer platonischer Körper, zum Beispiel aus dem Würfel das Oktaeder und aus dem Oktaeder der Würfel. Daher heißen Oktaeder und Würfel "dual" zueinander. Das Ikosaeder und das Dodekaeder sind ebenfalls dual zueinander; das Tetraeder ist dual zu sich selbst. Die Bilder zeigen Paare zueinander dualer Körper. Dabei ist der kleinere von beiden (derjenige, der durch Verbinden der Flächenmittelpunkte entsteht) so vergrößert, dass beide Partner genau zueinander passen: Jede Kante des einen Partners trifft genau in ihrer Mitte eine Kante des anderen Partners, und die beiden Kanten stehen senkrecht aufeinander.

Mit der Zeit wird die Tabelle noch anwachsen.

Kommentare und Anregungen sind stets willkommen, Ihr Christoph Pöppe.

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Folge 21: Fundamentalbereiche auf der Kugel und das Familienregister der Polyeder

Von der Analyse zur Synthese: Über die Zerlegung eines symmetrischen Polyeders gewinnen wir ein Verfahren, eine zweiparametrige Schar ebenso symmetrischer Polyeder zu erzeugen. » weiter

Folge 20: Symmetriegruppen

Wie kann man die Regelmäßigkeit der mehr oder weniger regelmäßigen Polyeder mathematisch erfassen? Mit Hilfe der Gruppentheorie. » weiter

Folge 19: Uniforme Polyeder

Alle Flächen sind regelmäßige Vielecke, und alle Ecken sind gleich: Das ist eine bekannte Bedingung für platonische und archimedische Körper. Wir lassen nur eine weitere, unscheinbare Bedingung – die Konvexität – fallen und eröffnen damit eine große Schatzkiste neuer, sehr ansehnlicher Körper. » weiter

Folge 18: Bonnie Stewarts Hohlkörper

Aus dem reich gefüllten Baukasten, den Norman Johnson bereitgestellt hat, versteht Stewart die merkwürdigsten Körper zusammenzusetzen: durchbrochen wie Spitzendeckchen, aber streng nach der Regel, dass als Grenzflächen nur regelmäßige Vielecke zugelassen sind. » weiter

Folge 17: Johnsons Polyeder

Die interessanten unter ihnen sehen irgendwie schief aus. Aber ihre Seitenflächen sind so regelmäßig, wie es sich gehört. » weiter

Folge 16: Wackelpolyeder und ein Lampenschirm

Von einer Entdeckung, einer gescheiterten Analyse und einer gelungenen Konstruktion » weiter

Folge 15: Origami-Polyeder

Zur Verfügung steht nichts als einige quadratische Blätter Papier. Aber mit der entsprechenden Kunstfertigkeit lässt sich daraus das gesamte Standardprogramm der Polyeder falten. » weiter

Folge 14: Versternungen

Jede Fläche eines Polyeders gehört zu einer Ebene - aber zu der Ebene gehört nicht unbedingt nur diese eine Fläche. Das eröffnet neue Konstruktionsmöglichkeiten. » weiter

Folge 13: Noch mehr Durchdringungen

Es gibt viele Möglichkeiten, einen platonischen Körper in einen anderen einzubeschreiben. Jede dieser Möglichkeiten führt auf einen speziellen Durchdringungskörper. » weiter

Folge 12: Durchdringungskörper

Von alleine verfügen Würfel und Oktaeder gerade nicht über die fünfzählige Symmetrie. Aber fünf von ihnen, nach den Prinzipien der Fünfzähligkeit angeordnet, sind sehr ansehnlich. » weiter

Folge 11: Die Freuden der Zweisamkeit

Wie du mir, so ich dir: Die perfekte Gegenseitigkeit, formal mathematisch realisiert, macht aus mehr oder weniger regelmäßigen Körpern ebenso mehr oder weniger regelmäßige. » weiter

Folge 10: Archimedische Körper

Diesmal geht es ganz allgemein um die etwas weniger regelmäßigen, dafür um so zahlreicheren Geschwister der platonischen Körper: die archimedischen Körper. » weiter

Folge 9: Stern- und Drachenkörper

Diesmal erzeugen wir neue geometrische Körper, indem wir – zum Beispiel – den platonischen Körpern Zelte aufsetzen, und zwar so, dass deren Symmetrie weitgehend erhalten bleibt. » weiter

Folge 8: Neue Körper entdecken - durch Entecken

Diesmal setzen wir an die bekannten platonischen Körper das Käsemesser an. Wenn wir das in ausreichend regelmäßiger Weise tun, kommen wieder sehr regelmäßige Körper heraus. » weiter

Folge 7: Unendliche Polyeder

Wer sagt denn, dass ein Vielflächner irgendwo aufhören muss? Neben Zusammensetzungen aus elementaren platonischen Körpern geht es um Gebilde, die nur vollkommen regelmäßig sein können, indem sie sich bis ins Unendliche erstrecken. » weiter

Folge 6: Körper aus lauter Dreiecken

Wenn man die äußerst strengen Bedingungen, die für die platonischen Körper charakteristisch sind, ein bisschen lockert, lassen sich unendlich viele neue Polyeder konstruieren, darunter ziemlich bizarre. » weiter

Folge 5: Die Rhomboeder-Bausteine des Albert Gübeli

Ein Ingenieur aus Rapperswil hat eine völlig neue Art von Bauklötzen erfunden: schräg, bizarr geformt und eine schwere Herausforderung an das räumliche Vorstellungsvermögen. » weiter

Folge 4: Die seltsamen Kristallklötzchen des Arthur Schoenflies

Kristalline Festkörper bestehen aus periodischen Anordnungen von Atomen. Um ihren Aufbau zu verstehen, ist es hilfreich, in Gedanken an die Stelle der Atome kleine Körper zu setzen, die den Raum lückenlos ausfüllen. Wie sehen diese Raumfüllerklötzchen aus? Versuchen wir die 100 Jahre alten Ideen... » weiter

Folge 3: Neue Raumfüller

Wie machen es die Bienen? Ziemlich optimal, wenn es um ihre Waben geht. Ihre Bauweise könnte zu einer Aufteilung des gesamten Raums in lauter gleiche Zellen verallgemeinert werden, und das Design ist an Materialsparsamkeit kaum zu übertreffen. Aber es gibt noch viele weitere Varianten des biederen... » weiter

Folge 2: Regelmäßige Raumfüllungen, Orangenhäufchen und die Keplersche Vermutung

Ob man den Raum mit Würfeln vollstapelt oder mit regelmäßigen Körpern, deren Grenzflächen Dreiecke sind - bei scharfem Hinsehen läuft das auf dasselbe hinaus. » weiter
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szmtag