a) in Spinetten b) in Drehorgeln c) in Webstühlen d) in Rechenmaschinen
Antwort:
Die ersten Lochkarten kamen in mechanischen Webstühlen zum Einsatz.
Erklärung:
Das Leben der Weber, dramatisch in Szene gesetzt von Gerhard Hauptmann, war wahrlich kein Zuckerschlecken. Und zur Zeit der Weberaufstände verschlechterte sich die ohnehin schwierige wirtschaftliche Situation der manuell produzierenden Heimweber durch die Konkurrenz der mechanischen Webstühle.
Aber es war einer der ihren, der wesentlich zur Industrialisierung der Webtechnik beitrug:
Joseph-Marie Jacquard litt als Kind selbst unter der zermürbenden Arbeit des Ziehens der Musterfäden.
1805 erfand er eine Webmaschine, die dank des Endlosprinzips der Lochkartensteuerung
Muster von beliebiger Komplexität mechanisch herzustellen konnte - und gleichzeitig
die Funktion des "Ziehjungens" wegrationalisierte.
Die Idee der Lochkartennutzung geht jedoch noch weiter zurück. Bereits 1728 verwendete ein Seidenweber aus Lyon gelochte Holzbrettchen zu Steuerung seiner Webstühle. Jacques de Vaucanson aus Grenoble entwickelte bereits 1745 diesen einfachen Webstuhl weiter. Aber erst Jaquards Modell brachte den Durchbruch zur industriellen Nutzung.
In Spinetten kamen Lochkarten nicht zum Einsatz, wohl aber später in Klavieren (Pianolas), Drehorgeln und Orchestrions, die allerdings lange Zeit mit Stiftwalzen gesteuert wurden. Erst 1883 ließ die Freiburger Firma M. Welte & Söhne ein Verfahren patentieren, das die Steuerung der Orchestrien durch gelochte Papierstreifen vorsah.
Der englische Mathematiker Charles Babbage sah 1837 für seinen Entwurf einer analytical engine den Einsatz von Lochkarten für diese Rechenmaschine vor. Diese aber wurde wegen finanzieller und technischer Probleme nie gebaut. Konrad Zuse setzte dann 1937 in seinem ersten Rechner Z1 Lochstreifen ein.
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