
Ihre bedingungslose Mutterliebe lässt die Weibchen einer Tintenfischart in der Tiefsee zu einer leichten Beute für Wale und Robben werden. Nachdem Gonatus onyx zwischen 2000 und 3000 Eier sechs bis neun Monate lang mit sich rumgeschleppt und geschützt hat, ist das Tier derart erschöpft, dass es kaum noch vor seinen Fressfeinden fliehen kann. Dies zeigen die Aufnahmen, die Forscher mit Hilfe eines ferngesteuerten Unterseebootes vor der kalifornischen Küste in Tiefen zwischen 1500 und 2500 Metern machten (Nature, Bd. 438, S. 929).
Das Team um Brad A. Seibel vom Monterey Bay Aquarium Research Institute war überrascht, dass die Weibchen überhaupt so lange durchhalten. Bisher gingen die Meeresbiologen davon aus, dass sich die Muskeln der Weibchen nach der sexuellen Reife so weit zurückbilden, dass die Tiere sich gar nicht um ihre Eier kümmern können. Soviel Kondition und Fürsorge zeigt allerdings bisher nur Gonatus onyx. Die Weibchen aller anderen Tintenfischarten lassen ihre Eier einfach auf den Meeresboden fallen.