18.08.06
Tabak schadet in jeglicher Form
Jede Form des Tabakkonsums, sei es Rauchen, Kauen oder Passivrauchen, birgt ein bis zu dreifach höheres Risiko eines Herzinfarkts, wie ein Bericht dieser Woche darlegt.
Frühere Studien haben belegt, dass Tabakrauchen das Risiko einer Herzerkrankung steigert. Bis heute jedoch erfolgten die meisten dieser Untersuchungen in entwickelten Ländern. Nur wenige groß angelegte Studien erforschten die Auswirkungen des Tabakkonsums dagegen in anderen Regionen der Erde.
Salim Yusuf und Koon Teo von der McMaster Universität im kanadischen Ontario berechneten im Rahmen der Interheart-Studie das Risiko eines Herzinfarkts in Abhängigkeit von der Art des Konsums, sei es Rauchen, Nichtrauchen oder Passivrauchen. Diese weltweite Untersuchung beinhaltete die Daten von mehr als 27000 Personen aus 52 Ländern. Die Forscher korrigierten ihre Berechnungen, um den Effekt anderer, das Infarktrisiko beinflussender Faktoren wie Ernährungsgewohnheiten und Alter auszuschließen.
Sie stellten fest, dass Tabakkonsum in jeglicher Form schädlich ist. Dies gilt auch für das im Mittleren Osten populäre Rauchen der Wasserpfeife, wie für die in Südafrika verbreiteten so genannten Beedies (kleine aromatisierte filterlose Zigaretten). Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Raucher ein dreifach höheres Risiko eines Herzinfarkts. Selbst jene mit dem relativ geringen Konsum von täglich etwa acht bis zehn Zigaretten verdoppelten diese Gefahr. Wie die Forscher jedoch feststellten, sank das Risiko mit der Zeit nach der Aufgabe des Rauchens. Bei schwachen Rauchern (weniger als 10 Zigaretten pro Tag) war nach drei bis fünf Jahren Abstinenz kein übermäßiges Risiko erkennbar. Im Gegensatz hierzu hatten ehemals moderate und starke Raucher (mehr als 20 Zigaretten pro Tag) selbst nach zwanzig Jahren Abstinenz ein ausgesprochen hohes 22 prozentiges Risiko. Das Forscherteam ermittelte zudem, dass auch Passivrauchen das Herzinfarktrisiko bei ehemaligen Rauchern sowie Nichtrauchern ansteigen ließ. Die Ergebnisse zeigen, dass Passivraucher bei höchster Belastung von 22 oder mehr Stunden pro Woche ein um 45 Prozent erhöhtes Infarktrisiko haben können.
"Auch Kautabak verdoppelte das Risiko eines Herzinfarkts, was darauf hindeutet, dass alle Formen des Konsums oder des Ausgesetztseins schädlich sind", wie Dr. Koon Teo hinzufügt.
Professor Yusuf zieht folgenden Schluß: "Die mit dem Rauchen verbundenen Risiken eines Herzinfarkts verringern sich erheblich mit abstinentem Verhalten. Die Anstrengungen des Gesundheitswesens weltweit, das Rauchen zu verhindern und zu verringern würden somit bei der Vorbeugung des Herzinfarkts großen Einfluß haben."
Quelle: Koon K Teo and others. Tobacco use and risk of myocardial infarction in 52 countries in the INTERHEART study: a case-control study. Lancet 2006; 368: 647-658
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