Was das mit Wissenschaft zu tun hat? Nun ja, es gibt einen Forscher, der den dergestalt inspirierten Wortschöpfungen offenbar noch eine hinzufügen wollte. Im Jahr 1996 stellte der Münchner Biologe Manfred Parth eine bislang unbekannte Meersschnecke im Fachjournal Spixiana vor [1]. Ihr Name: Bufonaria borisbeckeri. "Ich widme die neue Art Boris Becker, dem meines Erachtens größten deutschen Einzelsportler aller Zeiten", schrieb Parth in seiner Publikation. Das genügt, schließlich obliegt es dem Entdecker, einen Namen für den Neuankömmling in der Buchhaltung der Natur zu finden.
Der Mann, dem wir die binäre Nomenklatur in dieser Form verdanken, heißt bekanntlich Carl von Linné. Er war der erste, der den zweiteiligen Artnamen konsequent verwendete. Das ist keine geringe Leistung, wenn man bedenkt, dass er auf diese Weise tausende Tier- und Pflanzenarten beschrieben und damit endlich Ordnung in das Chaos (übrigens auch ein Gattungsname) gebracht hat. Dieser Einschätzung hätte sich wohl auch der große Schwede angeschlossen, der, seines Zeichens Verfasser dreier Autobiografien, grundsätzlich eher wenig von Selbstzweifeln geplagt wurde. Als "größten Botaniker aller Zeiten" bezeichnete er sich einmal, ließ jedoch in seiner persönlichen Rangliste immerhin einem den Vortritt: "Deus creavit, Linnaeus disposuit." ("Gott hat die Welt geschaffen, aber Linné hat sie geordnet.")
Wer es den Profis gleichtun will und sich oder andere in der biologischen Taxonomie verewigen möchte, kann das jedenfalls tun und muss dafür nicht einmal auf Expedition gehen. So vergibt der Verein "Biopat" für neu entdeckte Arten Namenspatenschaften. 3000 Euro kostet das Ganze, in besonders spektakulären Fällen (bei bunten Schmetterlinge etwa) sogar ein bisschen mehr, sagt der Direktor der Zoologischen Staatssammlung München, Gerhard Haszprunar. Das ist zwar nicht ganz billig, dient aber einem guten Zweck: Mit dem Geld werden Naturschutzprojekte in den zumeist asiatischen und südamerikanischen Ursprungsländern gefördert. Neue Arten aus Mitteleuropa sind hingegen ziemlich rar – da hat schon Linné das Meiste abgeräumt.


Freier Wissenschaftsjournalist in Wien




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