Inmitten einer von Leid und Korruption regierten Welt fristet der deutsche Journalist Maximilian Cording sein Dasein als Reporter des täglichen Elends. Seine Arbeit an der Seite verzweifelter Ökoterroristen im erbitterten Kampf um die letzten Waldbestände der USA, das Walsterben vor der mexikanischen Küste oder die schockierenden Zustände in den Arbeitslosenghettos seiner Heimatstadt Hamburg haben ihm den Glauben an sich und die Menschheit genommen.

Doch sein Leben nimmt eine ungeahnte Wende, als ihn sein Chefredakteur Michael Kühling vom Magazin "EMERGENCY" mit dem jungen Internet-Profi Steve auf die idyllische Südseeinsel Tahiti schickt. Er soll dort den Verbleib von ausländischen Fördergeldern aus dem "Tahiti-Projekt" dokumentieren. Unter der Obhut des jungen und charismatischen Präsidenten und Umweltaktivisten Omai und dessen schöner Schwester Maeva taucht er in ein längst verloren geglaubtes Paradies ein und lernt eine faszinierende Politik im Einklang mit der Natur kennen. Während sich allerdings Cording und sein Begleiter immer weiter vom Mythos Tahiti verzaubern lassen, ist die Existenz der Insel in großer Gefahr.

Als ein verschwundener Professor auftaucht und den Reporter in eine ungeheure Verschwörung einweiht, setzen Cording und seine Freunde alles daran, das Paradies gegen geldgierige Machthaber und Wirtschaftsmogule zu verteidigen. Mit kreativen und unkonventionellen Methoden nehmen sie den Kampf mit einem übermächtigen Gegner auf.

Dirk C. Fleck malt mit seinem Öko-Thriller eine düstere Zukunftsvision, die der Mensch durch kurzsichtiges Verhalten und Habgier geschaffen hat. Dem gegenüber stellt er Tahiti, wo das Konzept des Gleichgewichts – des Equilibrismus – als zukunftsträchtige Umweltpolitik verwirklicht wurde. Am Beispiel des Südseeparadieses wird die Aktualität dieser im Jahre 2005 in einem Buch veröffentliche Politikform anschaulich und unterhaltsam vorgestellt und in einem Glossar übersichtlich zusammengefasst.

Leider kommt aber trotz des brisanten Themas nur bedingt Spannung auf, da häufige Wechsel zwischen den unterschiedlichen Handlungssträngen den Lesefluss stören und die Rahmengeschichte bisweilen platt und durchschaubar wirkt.

In gelungener Weise hingegen entführt der Autor mit farbkräftigen Bildern, lebendigen Ausführungen und zahlreichen Zitaten von bekannten Tahiti-Fans wie Gauguin oder dem französischen Seefahrer Bougainville den Leser in das Südseeparadies und lässt den Mythos Tahiti aufleben. Durch Maevas Vorträge lernt man nicht nur die Geschichte und Traditionen der Inseln und ihrer Bewohner kennen, sondern auch die innovativen Ideen für das Leben im Einklang mit der Natur. Allerdings geraten die Ausführungen der Insel-Führerin über die Öko-Errungenschaften manchmal sehr lehrmeisterhaft und langatmig. Als Leser stolpert man deshalb nicht selten über den moralischen Zeigefinger.

Wer auf unterhaltsame Art und Weise moderne Umweltkonzepte und neue Denkansätze erfahren will und im kalten Winter einen Hauch von Südsee spüren möchte, sollte das Buch lesen. Fans spannungsgeladener Thriller könnten dagegen enttäuscht werden.