Ferne Verwandtschaft
Dafür postiert die Stammbaumbetrachtung den Riesen klar im Kreis der Hornfrösche oder Ceratophryinae. Diese aber gibt es auf Madagaskar heutzutage nicht mehr, und sie galten bislang eigentlich als reine Südamerikaner. "Ein Ceratophryne ist unerwartet", erklären denn auch die Autoren. Wie kommt ein Frosch mit neotropischer Verwandtschaft nach Madagaskar?
Brücke zwischen getrennten Kontinenten
Wäre da nicht die Antarktis. Sehr wenig ist bekannt über die Besiedlungsgeschichte dieses südlichsten Kontinents, doch war es einst dort deutlich wärmer und lebensfreundlicher. In einigen Modellen bietet sie daher vergangenen Arten eine Landbrücke zwischen den nördlicheren Gondwanapartnern Südamerika und den indisch-madagassischen Gebieten, die den direkten Kontakt über Afrika bereits verloren hatten. Diese Vorstellung wird unterstützt durch verschiedene fossile Funde von Sauriern über Krokodile bis Säugetiere in Madagaskar, die wie Beelzebufo südamerikanische Verwandten haben.
Aber ist diese Fernreise überhaupt nötig? Könnte es nicht sein, dass die gemeinsamen Vorfahren von Beelzebufo und ihren heute noch lebenden südamerikanischen Verwandten von West bis Ost quer über ganz Gondwana verbreitet waren und man angesichts mangelhaften Fossiliennachweises nur hier und dort verteilte Überreste findet? Dem widerspricht die Stammbaumanalyse, derzufolge Beelzebufo zu den frühen Vertretern der Ceratophryinae zählt, die erst etwa zu dieser Zeit entstanden. Um ganz Gondwana erobert zu haben, müsste die Gruppe viel älter sein – doch wird selbst die gesamte übergeordnete Sippe von Laubfröschen, Echten Kröten und Verwandten (Hyloidea) auf ein Alter von gerade einmal 130 bis 150 Millionen Jahre geschätzt.
Warum Beelzebufo letztendlich auf Madagaskar ausstarb und die Insel von ganz anderen Gruppen erobert wurde, bleibt offen. Vielleicht war diese womöglich größte Froschart aller Zeiten ein doch zu schwerer Brocken für die Evolution. Schließlich lebt heute nur noch ein solcher Riese unter den modernen Amphibien: der afrikanische Goliathfrosch, mit gut dreißig Zentimetern immerhin knapp so groß und schwer wie sein fossiler ferner Verwandter. Wie lange es ihn noch gibt, ist ebenfalls fraglich – die IUCN stuft ihn als stark gefährdet ein.







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