Stattdessen, so fanden die Forscher heraus, wechselt das Nanomaterial mit der anliegenden Frequenz zwischen der Raumtemperatur und 80 Grad Celsius hin und her. Diese schnellen Temperaturwechsel führen zu Druckschwankungen in der Luft nahe dem Film, die letztlich den Klang entstehen lassen.
Das Prinzip ist bereits seit über hundert Jahren bekannt, wurde damals allerdings auf eine dünne Metallfolie angewandt. Im Gegensatz zum Nanomaterial war die Lautstärke nur sehr gering. Grund dafür sei die jeweilige Wärmekapazität pro Flächeneinheit, erklären die Wissenschaftler. Sie ist ein Maß dafür, wie viel Energie aufgewendet werden muss, um die Temperatur eines Werkstoffs zu erhöhen. Eine Folie aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen hat eine rund 260-mal kleinere Wärmekapazität als eine aus Platin. Deshalb erzeugen die Nanolautsprecher die Schallwellen entsprechend effizienter und klingen lauter.
Die ultrakleine Wärmekapazität des Nanoröhrchenfilms führe außerdem zu einer breiten Frequenzabdeckung. Da sich Nanofilme in jeder beliebigen Form und Größe herstellen lassen, berichten Fan und seine Kollegen, könnten sie in vielen akustischen Geräten zum Einsatz kommen – beispielsweise an der Vorderseite eines LCD-Bildschirms anstelle der normalen Lautsprecher. Aber auch singende und sprechende Kleidung wäre denkbar. (mp)





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