Ihre Lebenserwartung ist deutlich niedriger als die ihrer wildlebenden Verwandten.
Keine Freude hinter Gittern
Ob sie dort aber auf Dauer glücklich wird und ein gesegnetes Alter erreicht – Elefanten können über 80 Jahre leben –, muss bezweifelt werden, warnen Georgia Mason von der University of Guelph in Kanada und ihre Kollegen [1]. Afrikanische und Asiatische Elefanten litten in Zoos häufig unter Herpes, Tuberkulose, Unfruchtbarkeit und Lahmheit, sie töten überdurchschnittlich oft ihren Nachwuchs und neigen zu stereotypen Handlungsweisen, dem so genannten Zoohospitalismus. Und zu allem Überfluss vermehren sie sich in Gefangenschaft so schlecht, dass ständig Nachschub aus der freien Natur folgen muss, um die Zoopopulation stabil zu halten.
Aber tut man den Tieren trotzdem nichts Gutes, wenn man sie in die sicheren Tiergärten verfrachtet? Immerhin drohen in afrikanischen Savannen Wilderer, die es immer noch auf das Elfenbein der grauen Riesen abgesehen haben, weil es sich trotz Handelsverbot mit Gewinn nach Ostasien verkauft. Und in Asien wie Afrika schwinden die Lebensräume, da Savannen und Regenwälder Platz machen müssen für Felder und Plantagen: Die Verbreitungsgebiete der beiden Arten ist mittlerweile sehr zerstückelt und konzentriert sich in vielen Staaten auf Schutzgebiete.
Traumatische Tripps
Immerhin haben sich in letzter Zeit ihre Aussichten hinter Gittern verbessert, und auch der Nachwuchs überlebt dort mittlerweile genauso häufig wie in Freiheit geborene Kälber. Eine positive Entwicklung, die für die asiatische Vertreter noch nicht gilt: Im Zoo geborene Tiere sterben unverändert oft bereits im Kindesalter. Im Schnitt überleben sie deshalb nur knapp 19 Jahre und damit etwas länger als ihre größeren afrikanischen Verwandten. Verglichen mit den Arbeitstieren in Myanmar verenden sie dennoch früh: Diese erreichen im Schnitt 42 Jahre. "Elefanten in Zoos zu verfrachten, beeinflusst ihre Lebensfähigkeit tiefgreifend", schreiben denn auch die Forscher.
Die Dickhäuter litten unter Stress und Fettleibigkeit, was sie entsprechend früher hinweg raffe. Besonders negativ wirke sich dabei das Hin- und Herschieben der Tiere zwischen einzelnen Zoos aus, meint Mason – vor allem weil dies Einzeltiere betrifft, die sich anschließend in neuen Herden und einer ungewohnten Umgebung zurechtfinden müssen. Dabei können Elefanten mit Umsiedelungen durchaus sehr gut zurechtkommen, meint eine weitere Zoologengruppe um Noa Pinter-Wollman von der University of California in Davis, die das soziale Verhalten der Tiere nach einem derartigen Transfer beobachtet hatten [2].
Tierische Segregation
Letzteres geschah im September 2005, als kenianische Wildhüter je zwanzig Familienverbände – Kühe, Heranwachsende und Kälber – sowie die einzelgängerischen Bullen vom Shimba Hills National Reserve in den Nationalpark Ost-Tsavo überführten. Beider Umwelt unterschied sich jedoch beträchtlich, denn die Shimba Hills bedecken feuchte Wälder, während der Tsavo eine eher trockene Gras- und Strauchsavanne ist: Die Umsiedler mussten sich also in einer völlig neuen Umgebung beweisen.
Eine Elefantenfamilie wandert durch die Savanne. In Zeiten des Umbruchs halten sie noch enger zusammen – etwa wenn sie in einen neuen Lebensraum umgesiedelt werden.
Der zeitweilige Zusammenschluss der Familien zu größeren Herden förderte jedenfalls die Individuen: Sie hielten Angreifer noch besser auf Distanz und führten ein stressärmeres Leben, weshalb sie gesundheitlich meist in einem besseren Zustand waren als Tiere in Kleingruppen – kein Wunder bei diesen sehr sozialen Tieren, die ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis besitzen und selbst über größere Distanzen miteinander kommunizieren können. Ob und wie Zoos den Herdentrieb für ihre Dickhäuter nutzen könnten, bleibt jedoch fraglich: Allein Maggies Einzeflug aus Alaska nach Kalifornien mit einem Militärtransporter hat laut der "Seattle Times" 200 000 US-Dollar gekostet.







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1. Laufband für Elefanten
16.12.2008, Eberhard Luedecke Meckenbeuren2. Elefanten im Kölner Zoo
29.12.2008, Prof. Dr. Gunther Nogge, Hünenstr.34, 51069 KölnZwar wurde von 1863 - 2006 kein einziger Elefant im Kölner Zoo geboren, aber es ist auch keiner unter zehn Jahren gestorben. Die Jungensterblichkeit bis zehn Jahre lag also bei 0 Prozent.
Von den drei seit 2006 geborenen Elefanten hat kein einziger das zehnte Lebensjahr erreicht. Die Jungensterblichkeit bis zehn Jahren liegt demnach bei 100 Prozent.
Fazit: Die Kölner Elefanten werden heute zwar 15 Jahre älter als früher, und ihre Lebenserwartung liegt sogar 19,6 über dem Weltdurchschnitt. Aber die Jungensterblichkeit bis zehn Jahren liegt zur Zeit bei 100 Prozent.
3. Statistik
31.12.2008, Hannes Arenz, 50677 Kölnbesser kann man die Aussagekraft von Statistiken nicht kommentieren. (eine klassische Satire)
Hannes Arenz
4. Jungensterblichkeit
04.01.2009, Reibhard Frese, BerlinDipl.-Biol. Reinhard Frese
Zoodirektor i.R.
5. Danke!
04.01.2009, Heike6. Von vielen wohl nicht verstanden ...
05.01.2009, T. Masuhrihr Leserbrief ist die richtige Antwort auf die Verarbeitung der Untersuchung zur Elefantenhaltung in Zoos.
Allerdings stimme ich auch Herrn Frese zu. In vielen Fällen wird nur mit einem halben Auge gelesen und habe ich schon erlebt das der Sinn Ihres Briefes nicht nichtig erfasst worden ist und schon Diskussion über ein plötzliches Elefantensterben aufgetreten sind.
Wie man sagt beherrschen ja auch nur 25 von 100 Leuten die Prozentrechnung, ein Anteil von fast 50 Prozent also. ;)
Herzliche Grüße