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Meldung | 18.12.2008
CHIRURGIE

Heavy Metal gefährdet die Gesundheit

Besucher von Heavy-Metal-Konzerten riskieren gesundheitliche Schäden, wenn sie zu enthusiastisch mit der Musik mitgehen: Das bei ihnen so beliebte Headbangen – mehr oder weniger rhythmisches Schütteln des Kopfes – erhöht die Gefahr, Hals- oder Kopfverletzungen zu erleiden.

© Richard Zinken
Headbanging
Vor allem bei Hochgeschwindigkeitspassagen mit mehr als 130 Beats pro Minute, wie sie beispielsweise Motörhead spielen, drohen Probleme, schreiben Declan Patton und Andrew McIntosh von der University of New South Wales in Sydney. Dann verursacht die kurz Bangen genannte Ausdrucksform der Begeisterung Kopfschmerzen und Schwindel – vor allem, wenn der Kopf dabei um mehr als 75 Grad von unten nach oben bewegt wird. Je schneller das Tempo ist und je heftiger das Kopfwackeln praktiziert wird, desto eher drohen zudem Verletzungen im Nackenbereich. In Extremfällen treten temporärer Hörverlust – in Tateinheit mit der Lautstärke – und kleinere Hirntraumata auf. Bewusstlosigkeit durch Headbangen sei dagegen unwahrscheinlich, so die Forscher – außer der Kopf schlägt dabei gegen andere Köpfe oder die Bühne.

Besonders gefährlich ist laut dem von den Forschern entwickelten theoretischen Modell des Kopfschütteltanzes die Hoch-und-runter-Variante der Kopfbewegungen; seitliche, kreisende oder Ganzkörpervarianten, bei denen Kopf und Oberkörper einheitlich schwanken, sind dagegen schonender. Da sich Heavy Metal weiterhin großer Beliebtheit erfreut, schlagen die beiden Mediziner verschiedene Gegenmaßnahmen vor: Zum einen sollten die Freunde des härteren Genres nur bei langsamen Stücken oder jedem zweiten Beat bangen und Halskrausen tragen, um Traumata zu vermeiden.

Die Forscher appellieren aber auch an Bands wie AC/DC: Sie müssten auf schnelle Gassenhauer wie "Highway to Hell" verzichten und stattdessen lieber langsamere Stücke wie "Moon River" spielen. Angeregt wird auch eine Kampagne "Bangen gefährdet Ihre Gesundheit" mit Musikern wie Cliff Richard – ob aber Metal-Fans ausgerechnet auf Softrocker dieser Art hören, darf bezweifelt werden. (dl)
Patton, D., McIntosh, A.: Head and neck injury risks in heavy metal: Head bangers stuck between rock and a hard bass. In: British Medical Journal 337, a2825, 2008.
© spektrumdirekt
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