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Übersicht
Gewalt in Partnerschaft erhöht Abortrate Eine Studie an mehr als 2500 schwangeren Frauen in Afrika zeigt, dass jene, die Gewalt durch ihren Partner erleiden, bei wenigstens einer Schwangerschaft mit einer um 50 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit ihr Kind vorzeitig verlieren. Die Studienergebnisse unterstützen die Forderung nach Routineuntersuchungen in Afrika - der Region mit den weltweit höchsten Abortraten - um Gewalt gegen Schwangere aufdecken zu können. Dies sind die Folgerungen eines aktuellen Artikels, verfasst von Dr. Amina Alio vom Department of Community and Family Health der University of South Florida in Tampa und Kollegen. Die Autoren analysierten hierfür Daten des Cameroon Demographic Health Survey. Die Komponente 'Gewalt' dieser Erhebung befragte die Frauen bezüglich erlittener körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt seitens ihrer Partner, wie auch zu jeglichen Totgeburten und spontanen Aborten. Nach dem ausführlichen Fragenkatalog wurde Gewalt in vier Untergruppen eingeteilt: (1) physische Gewalt, darunter Vorfälle von Stoßen, Werfen von Gegenständen, Schlagen, Arme verdrehen, Boxen, Schlagen mit Gegenständen, Treten, Zerren, Versuche von Würgen oder Brennen, Bedrohung und Angriff mit Waffen; (2) seelische Gewalt, in Form von verbaler oder physischer öffentlicher Demütigung sowie verbaler Bedrohung der Frau oder ihrer Familie; (3) sexuelle Gewalt, einschließlich Vergewaltigung oder sonstiger erzwungener sexueller Handlungen. Die Autoren erfassten alle Frauen, die sich in der Befragungskomponente 'Gewalt' auf ihren Ehemann oder Partner bezogen. Von den 2562 Frauen, die das Erhebungsabschnitt 'Gewalt' bearbeiteten, hatten jene, die Gewalt erleiden mussten (1307), ein um 50 Prozent höheres Risiko, wenigstens einen vorzeitigen fötalen Abgang zu erleben im Vergleich zu den Frauen, die keine Misshandlungen ertragen müssen. Wiederholte Aborte waren mit allen Formen durch den Partner ausgeübter Gewalt verbunden, seelische Gewalt jedoch erbrachte die stärkste Verknüpfung. Wenn die Verbreitung häuslicher Gewalt auf 50 Prozent, 25 Prozent oder gänzlich verringert werden könnte, so würden die wiederholten vermeidbaren übermäßigen Aborte jeweils 17 Prozent, 25 Prozent und 33 Prozent betragen. Die Autoren folgern: "Eheliche Gewalt fördert die Wahrscheinlichkeit einzelner oder wiederholter fötaler Abgänge. Ein großer Anteil des Risikos wiederholter fötaler Sterblichkeit kann ehelicher Gewalt zugeordnet werden und ist daher potenziell vermeidbar. Unsere Ergebnisse unterstützen die Forderung nach einer routinemäßigen vorsorglichen Untersuchung der Schwangeren mit Blick auf häusliche Gewalt im afrikanischen Raum, einer Region mit den weltweit höchsten Abortraten." In einem begleitenden Kommentar bemerkt Dr. Claudia Garcia-Moreno vom Department of Reproductive Health and Research der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf: "Mit Blick auf Ausbildung und Information von Dienstleistern des Gesundheitswesens ist eine verstärkte Unterstützung notwendig. Außerdem muss Gewalt durch Lebenspartner und sexuelle Gewalt in bestehende Initiativen bezüglich der Gesundheit von Müttern, Kleinkindern und Kindern einbezogen werden. Es besteht zudem erheblicher Bedarf an weiterer Erforschung primärer vorbeugender Maßnahmen. Das auf die Folgen für Ungeborene gerichtete Augenmerk sollte jedoch nicht von den Folgen ablenken, die Gewaltanwendung auf Leben und Gesundheit von Frauen hat. Gewalt gegen Frauen ist ein Verstoß gegen ihre Menschenrechte." Quelle: A Alio and others. Spousal violence and potentially preventable single and recurrent spontaneous fetal loss in an African setting: cross-sectional study. Lancet 2009; 373: 318 http://www.thelancet.com |
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