Die beiden Forscher untersuchten die Häufigkeit und Verteilung der Krater auf dem Mond. Dabei gingen sie davon aus, dass die in Richtung seiner Umlaufbewegung weisende Hemisphäre – die Bugseite – mehr Krater aufweisen müsste als die Heckseite, wenn der Trabant schon immer wie jetzt zur Erde orientiert war.
Bei der Analyse der Kraterverteilung auf der gesamten Mondoberfläche stellten Wieczorek und Le Feuvre fest, dass sich die meisten älteren Einschlagkrater bevorzugt auf der Osthemisphäre des Mondes befinden. Dagegen finden sich die größten und jüngsten Einschlagbecken auf der westlichen Hemisphäre des Erdtrabanten.
Daher vermuten die beiden, dass ein oder mehrere heftige Einschläge den Mond in seiner Frühzeit in Rotation versetzten – infolgedessen wies er für einige Zeit mit seiner jetzigen Rückseite zur Erde. Dabei sammelte er mit der heutigen Osthemisphäre viele Einschläge auf, denn zur damaligen Zeit waren Kollisionen mit Asteroiden sehr viel häufiger als in der Neuzeit.
Tausende Objekte durchstreiften das Sonnensystem. Sie waren bei der Bildung der Planeten rund 500 Millionen Jahre zuvor übriggeblieben und wurden nach und nach durch die Schwerkraft der großen Planeten aufgesammelt und schlugen dabei mit großer Wucht auf.
Die großen Einschlagbecken oder "Maria", die heute durch spätere Auffüllungen mit Basaltlava dunkel erscheinen, entstanden demnach erst, nachdem sich der Mond wieder in der jetzigen Orientierung befand. Die meisten von ihnen liegen auf der westlichen Hemisphäre des Erdtrabanten.
Am auffälligsten sind das schon mit dem bloßen Auge leicht erkennbare fast kreisrunde Mare Imbrium oder "Regenmeer" (das linke Auge des Mondgesichts) und der unmittelbar westlich daran anschließende riesige "Oceanus Procellarum" (Ozean der Stürme). Ihre Namensgebung stammt noch aus der Zeit, als man vor der Erfindung des Fernrohrs annahm, die dunklen Flecken auf dem Mond seien Meere aus Wasser.






drucken



Himmelslichter |
Fischblog |
Mente et Malleo |
Natur des Glaubens |
Quantenwelt | 




