Da das Startfenster nur 60 Sekunden geöffnet war, musste der Flug um einen Tag verschoben werden. Laut ursprünglichem Plan hätte die Forschungssonde bereits im September 2008 ins All abheben sollen. Ein Fehler im Führungs- und Navigationssystem der Rockot-Rakete verhinderte dies allerdings.
"Das geschieht mit Hilfe eines sehr genauen GPS-Empfängers an Bord des Satelliten sowie durch Laserentfernungsmessungen von der Erde aus. Einflüsse der Restatmosphäre auf die Bahn werden von einem Gradiometer an Bord gemessen und über einen Regelkreis mittels eines elektrischen Ionentriebwerkes ausgeglichen," erläutert Uwe Feucht von der Flugdynamik-Abteilung des Europäischen Satellitenkontrollzentrums ESOC in Darmstadt.
Aus den winzigen Bahnänderungen des Satelliten leiten die Wissenschaftler dann die lokalen Schwankungen im Schwerefeld der Erde ab. Mit GOCE ist das hundertmal genauer möglich als mit seinen Vorgängern – den Schwerefeldmissionen CHAMP und GRACE. Die gemessenen Unregelmäßigkeiten lassen sich teilweise geologischen Strukturen zuordnen – beispielsweise Gebirgen. Aber auch über Vorgänge und Strukturen im Erdinneren können die Gravitationsschwankungen den Forschern einiges verraten. So liefern sie ihnen zum Beispiel Informationen über Vulkanausbrüche, Erdbeben oder die Nahtstellen von Kontinentalplatten. Bisher sind noch längst nicht alle Schwereanomalien der Erde eindeutig zu identifizieren.
Der fünf Meter lange und rund eine Tonne schwere Sonde ist die erste einer Reihe von geplanten Satelliten im Rahmen des Erderkundungsprogramms "Living Planet". Allein dieses Jahr will die ESA zwei weitere ins All bringen. Im Sommer soll SMOS starten, um die Bodenfeuchtigkeit und den Salzgehalt der Ozeane zu untersuchen, im Spätherbst folgt Cryosat 2. Er soll die Dicke der planetaren Eisschichten messen.






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