Der männliche Fadenpipra überzeugt durch eine exquisite Farbwahl.
Seit Langem studieren Thomas Ryder von der University of Missouri in St. Louis und seine Kollegen, warum sich die Tiere auf derartige Massenveranstaltungen einlassen – anhand der Fadenpipras, die ebenfalls gruppendynamische Dance-Ins nutzen, um mit ausgeklügelten Choreografien ihre Holden zu erobern. Diesem dankbaren, weil farblich wie vom Verhalten her aparten Studienobjekt verpasste die "Bild"-Zeitung zu Zeiten der WM 2006 wegen des charakteristischen Federkleids sogar den Titel des "schwarzrotgeilen Vogels".
Die Farbkombination bescherte dem Fadenpipra während der WM 2006 eine zweifelhafte Schlagzeile in der "Bild"-Zeitung.
Nun wollten die Biologen in einem weiteren Schritt herausfinden, ob und wie sich die Gesamtzahl der Go-go-Tänzer auf den tatsächlichen Bruterfolg der Herren im Lek auswirkt: Dominieren sie auch am Nistplatz – oder gelingt es dem einen oder anderen Wasserträger, heimlich sein Erbgut ebenfalls unterzubringen? Über die Jahre hinweg studierten die Forscher dafür mehr als 400 Fadenpipras (Pipra filicauda) in den Regenwäldern des Yasuní-Nationalparks in Ecuador – inklusive deren Blutproben, mit denen verwandtschaftliche Beziehungen aufgedeckt werden sollten.
An insgesamt 13 verschiedenen Leks versammelten sich zur Paarungszeit immer wieder zwischen vier und zwölf Männchen unterschiedlichen sozialen Rangs, von denen einige sogar zwischen den einzelnen Arenen pendelten, um mehreren Alphatieren zu dienen. Ein Aufwand, der sich für sie jedoch nicht auszahlte: Wie erwartet, produzierten die höchstrangigen Pipras mit dem besten Podium und eigenem Revier fast den gesamten Nachwuchs – in einem Fall zeugte eines dieser Tiere mit verschiedenen Partnerinnen 20 von 24 Küken, die im Umfeld des Leks ausgebrütet wurden. Nur zwei Prozent der Nestlinge stammten insgesamt dagegen von revierlosen Vagabunden, die trotz geringer Darbietungszeit bei den Weibchen irgendwie zum Zug kamen.
Diese Art der Schnurrvögel bindet Nebenbuhler in die eigene Darbietung ein – um den eigenen Erfolg zu steigern.
Warum sich diese für die Männchen sehr Kräfte zehrende Gemeinschaftsbalz durchgesetzt hat, können Ryder und Co bislang nicht sagen: Womöglich kommen im Gemeinschaftstanz die Vorzüge der Hähne besser zur Geltung, oder aber sie belegen ihre 1a-Gene, in dem sie sich in möglichst viele Duelle stürzen. Immerhin winkt ihnen die Fortpflanzung. Während diese Alphatiere die Mädels im Sturm erobern, bleibt den Nebendarstellern vorerst nichts. Sie müssen hoffen, durch Knüpfen neuer Freundschaften in der Hierarchie aufzusteigen, bis ihnen irgendwann selbst zugetanzt wird. Bis dahin gilt für sie nur eine Devise: vom Vortänzer möglichst viel für die eigene Show lernen.





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1. Bestätigung von Darwins Evolutionstheorie
25.03.2009, D. KrogmannEine wichtige Erkenntnis, die auch bereits bei unserem "nächsten Verwandten", den Menschenaffen beobachtet wurde, ist ein strukturiertes Verhalten der männlichen Spezies zum Zweck gemeinsamer Organisation.
Bei den Fadenpipras beschränkt sich dieses Verhalten auf die Balz und der Fortpflanzung, beim Primaten "Mensch" auf rücksichtslose Konzentration von Macht über "Massenmorde" (gleich Kriege) und unterdrückerische gesellschaftliche Regelungen (Gesetze) die letztlich den egoistischen Machtanspruch ihrer Führungseliten gegenüber der Masse vernebeln sollen.
Letztlich blicken wir bei der Betrachtung der Schnurrvögel - bei den grundlegenden Teilen seines Verhaltens - in unser Spiegelbild.