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Genom
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Ernüchterung macht sich breit. Nur 30 000 Gene? Mehr nicht? Der Mensch, die "Krone der Schöpfung", gilt als etwas Besonderes, und das müsste sich auch in der Anzahl seiner Gene widerspiegeln. 100 000 sollten es schon sein. Doch wie es aussieht, haben wir nur doppelt so viele Gene wie die Taufliege Drosophila melanogaster und vielleicht 10 000 Gene mehr als das kleine Würmchen Caenorhabditis elegans. Selbst ein unscheinbares Kraut, die Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana, bringt es auf fast so viele Gene wie der Mensch. "Das kommt wie ein kleiner Schock", kommentiert Craig Venter das Ergebnis. Doch seine Schätzung deckt sich mit der von der Konkurrenz: Celera Genomics fand 26 383 Gene und glaubt, dass höchstens 12 000 hinzukommen könnten, das internationale Konsortium des Humangenomprojektes entdeckte 24 500 Gene und gibt die Dunkelziffer noch unentdeckter Gene mit 5 000 an.
Damit stimmen die Ergebnisse der beiden Gruppen erstaunlich gut überein, obwohl eine Zusammenarbeit am gleichen Ziel bewusst vermieden wurde. Bereits Mitte der achtziger Jahre entstand die Idee, das menschliche Genom vollständig zu entziffern - eine gigantische Aufgabe angesichts der Tatsache, dass die vier Buchstaben des Lebens A, C, G und T (für die Basen Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin) in den 23 Chromosomen des Menschen etwa 3,2 Milliarden Mal auftauchen. Nur eine internationale Zusammenarbeit von Genetik-Laboratorien auf der ganzen Welt sollte dieses Projekt, das sofort mit der Mondlandung verglichen wurde, bewältigen können. Entsprechend schlossen sich zu Beginn der neunziger Jahre Wissenschaftler von 20 Instituten aus den USA, Großbritannien, Japan, Deutschland, Frankreich und China zusammen. "Hugo", die Human Genome Organisation, war geboren.

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