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Außer der Translationssymmetrie dürfen Kristalle auch Drehsymmetrie aufweisen, was aber keine Bedingung für die Entstehung eines periodischen Kristalls ist. Wie im zweidimensionalen Raum sind aber nur die 1-, 2-, 3-, 4- und 6-zählige Symmetrie erlaubt. Durch die Parallelität der Flächen entstehen einzelne Kristallebenen. Wird ein Kristall auseinandergezerrt, bricht er bevorzugt entlang solcher Ebenen, wodurch glatte Bruchflächen entstehen.
Die Größe der Elementarzellen beträgt einige Å (Ångström; 1 Å = 0,1nm). Der Abstand zwischen den einzelnen Atomen ist ungefähr so groß wie die Wellenlänge von Röntgenstrahlung. Die elektromagnetische Strahlung wird durch die Gitterstruktur sehr stark reflektiert, was für die Erkennung der Periodizität an Hand des Beugungsbildes wichtig ist (s. Matthias Hullin: "Quasikristalle").
Die Anzahl der Nachbaratome eines Atoms heißt Koordinationszahl. Je höher sie ist, desto dichter gepackt ist der Kristall. Die dichteste Art, Atome in einer Kristallstruktur zu stapeln, ist entweder die hexagonal-dichtest-gepackte oder die kubisch-flächenzentrierte Anordnung. In beiden (Ideal-)Fällen werden 74% des Raumes ausgefüllt. Die kugelförmig gedachten Atome sind in parallelen Ebenen angeordnet; in jeder Ebene bilden sie ein Dreiecksgitter. Von Ebene zu Ebene sind die Atome gegeneinander versetzt und auf Lücke angeordnet. Die kubisch-flächenzentierte Packung nutzt der Reihe nach alle drei möglichen Lücken zwischen den Kugeln; also befinden sich die Atome erst nach dreimaliger Verschiebung wieder genau über denen der Ausgangsebene. Die hexagonal-dichtest gepackte hingegen springt zwischen zwei Lückenanordnungen hin und her; sie macht also die gerade vorgenommene Verschiebung jeweils rückgängig, und schon nach 2-maligem Verschieben liegen die Atome wieder genau über denen der Ausgangsebene.
Außerhalb der selten auftretenden idealen Zustände gibt es noch die zufällige Stapelung und die Polytypie. Die eine erzeugt dichtest-gepackte Schichten ohne Gesetzmäßigkeit und die andere eine Art Fernordnung, die bewirkt, dass sich die einzelnen Schichten erst nach (zum Beispiel) 594 Atomen wiederholen. Bei Siliciumcarbid hat die primitive Elementarzelle die Maße a = 3,08 Å und c = 989,6 Å.
| System | Primitivität | Benennung | Achsen/Winkelbedingungen |
|---|---|---|---|
| kubisch | 1.) einfach-primitv 2.) zweifach-primitv 3.) vierfach-primitv |
eckenbesetzt raumzentriert allseitig flächenzentriert |
a = b = c, a = b = g = 90° |
| tetragonal | 4.) einfach-primitv 5.) zweifach-primitv |
eckenbesetzt raumzentriert |
a = b ¹ c, a = b = g = 90° |
| hexagonal | 6.) einfach-primitv 7.) dreifach-primitv 7'.) einfach-primitv |
eckenbesetzt 2-fach raumzentriert rhomboeder-eckenbesetzt |
a = b ¹/= c, a = 120°, g = 90° |
| rhombisch | 8.) einfach-primitv 9.) zweifach-primitv 10.a) zweifach-primitv 10.b) zweifach-primitv 10.c) zweifach-primitv 11.) vierfach-primitv |
eckenbesetzt raumzentriert (vorder-) flächenzentriert (seiten-) flächenzentriert basiszentriert allseitig flächenzentriert |
a ¹ b ¹ c, a = b = g = 90° |
| (rhomboedrisch) | o. Abb. | a = b = c, a = b = g ¹ 90° | |
| monoklin | 12.) einfach-primitv 13.) zweifach-primitv |
eckenbesetzt basiszentriert |
a ¹ b ¹ c, a = g = 90° ¹ b |
| triklin | 14.) einfach-primitv | eckenbesetzt | a ¹ b ¹ c, a ¹ b ¹ g ¹ 90° |
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