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S ® L
L® LS (® heißt: wird im nächsten Schritt ersetzt durch)
Die Gesamtzahl aller Bausteine im n-ten Schritt ist die Fibonaccizahl fn.
Ein möglicher Aufbau der Kette sähe wie folgt aus:
| S | Þ | f1 = 1 |
| L | Þ | f2 = 1 |
| LS | Þ | f3 = 2 |
| LSL | Þ | f4 = 3 |
| LSLLS | Þ | f5 = 5 |
| LSLLSLSL | Þ | f6 = 8 |
| LSLLSLSLLSLLS | Þ | f7 = 13 |
| ... |
Eine hübsche Möglichkeit, sich die Fibonacci-Kette zu
veranschaulichen, geht auf Fibonacci selbst zurück: die
Vermehrungsrate von Kaninchen, die allerdings einige
biologische Auffälligkeiten aufweisen:
a) ihre Lebensdauer ist unendlich
b) es werden nur weibliche Kaninchen geboren (Genmanipulation?)
c) die weiblichen Kaninchen vermehren sich von selbst
Doch nun zum Kaninchenproblem: Ein junges Kaninchen S (small) braucht ein Jahr, um ein geschlechtsreifes
Kaninchen L (large) zu werden. Danach produziert es jedes Jahr wieder ein junges Kaninchen S, und man erhält wieder die obige
Abfolge (siehe Bild; das Bild handelt allerdings von Kaninchenpaaren statt Kaninchen).
An dem obigen Beispiel sieht man auch, dass für die gesamte Kette folgende Rekursion gilt:
Das heißt, dass jedes fn die Summe seiner beiden Vorgänger ist.
Diese Rekursion stellt eine andere Möglichkeit dar, die Fibonacci-Kette zu erzeugen. Dabei wird an jede bisherige Kette deren Vorgänger angehängt und somit die neue Kette gebildet. Bei der Fibonacci-Kette laufen beide Erzeugungsverfahren auf dasselbe hinaus. Das ist nicht bei allen Ketten so!
Mit diesem Vorwissen lässt sich nun die relative Häufigkeit der Anzahl der L im Verhältnis zur Anzahl der S für n ® ¥ berechnen. Dazu muss man wissen, wie man #(L) bzw. #(S) berechnen kann (# steht für Anzahl). Dies erfolgt nach folgender Rekursion:
| #(L)n+2 | = fn + fn-1 = fn+1 |
| #(S)n+2 | = fn-1 + fn-2 = fn |
(vergleiche den Beitrag von Stephan Reitmeier). Die relative Häufigkeit ist also im Grenzwert
| #(L) #(S) |
= | limn ® ¥ | #(L)n+2 #(S)n+2 |
= | limn ® ¥ | fn+1 fn |
= t = | 1 + Ö5 2 |
(für Zahlenfetischisten: t = 1,618033988749894848204586834365638117720309179805762862135...). Da sich #(L) und #(S) wie t zueinander verhalten, das heißt in einem irrationalen Verhältnis zueinander stehen, kann die Fibonacci-Kette nicht periodisch sein.
S ® L
L® LLS
Daraus ergibt sich dann folgender Aufbau:
S
L
LLS
LLSLLSL
LLSLLSLLLSLLSLLLS
LLSLLSLLLSLLSLLLSLLSLLSLLLLSLLSLLLSLLSLLSL
Auch die Octonacci-Kette kann durch die Rekursion fn = afn-1 + bfn-2 aufgebaut werden, aber diesmal mit a = 2 und b = 1.
Das Verhältnis der Bausteine #(L) / #(S) geht nun gegen l = 1 + Ö2. Diese Zahl wird auch als Silberne Zahl oder Octonacci-Zahl bezeichnet.
Genauso kann man jetzt für a und b beliebige ganze Zahlen einsetzen und so noch eine unendliche Anzahl anderer Ketten erzeugen, worauf ich an dieser Stelle nicht näher eingehen will, da im Wesentlichen nur die Fibonacci- und die Octonacci-Kette von größerer Relevanz sind.
Die Fibonacci-Kette lässt sich gut im zweidimensionalen Punktgitter Z2 veranschaulichen. Ein Einheitsschritt in x-Richtung stellt dabei ein Element L dar, ein Einheitsschritt in y-Richtung ein Element S. Nun trägt man nach diesem Schema die Bausteine der Fibonacci-Kette in dieses Gitter ein. Dabei wird man früher oder später feststellen, dass sich der so dargestellte Pfad einer bestimmten Steigung annähert. Diese Steigung hat den Wert t-1. Es wird also eine irrationale Steigung durch einen Quotienten ganzer Zahlen approximiert (Bild links). Ebenso lässt sich auch die Octonacci-Kette darstellen. Die Steigung dieses Pfades approximiert den Wert l-1 (Bild rechts).
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