Artikel Lexikon der Biologie

Asthma s [von griech. asthma = schwere Atembeklemmung], a) allergisches Asthma bronchiale, Überempfindlichkeitsreaktion (vom Typ I nach Coombs und Gell), die durch das Einatmen von Allergenen, wie Pollen und Hausstaub, hervorgerufen wird. Die Freisetzung von Mediatoren, wie Prostaglandinen, Leukotrienen und des Blutplättchen aktivierenden Faktors aus Mastzellen und basophilen Granulocyten, bewirkt den Spasmus der glatten Muskulatur und eine erhöhte Schleimsekretion. Verbunden mit Asthma tritt oft eine Hyperreaktivität der Bronchien bei Freisetzung von Histamin und bei unspezifischen Reizen (kalte Luft und Wasserdampf) auf. Die Behandlung von Asthma erfolgt mit Corticosteroiden, die nur in der Spätphase der Überempfindlichkeitsreaktion wirken, welche durch die Freisetzung der obengenannten Mediatoren hervorgerufen wird. Chronopharmakologie. b) endogenes Asthma; bei diesem Asthma-Typ fallen die Prick-Kutantests negativ aus. Die Ursachen des endogenen Asthmas sind noch weitgehend unbekannt. Ein endogener Asthma-Anfall kann auch durch äußere Faktoren, wie Luftverschmutzung, Atemwegsinfektionen, körperliche Anstrengungen, Temperaturwechsel und seelischen Streß, ausgelöst werden. Häufig ist das endogene Asthma chronisch, und es wird eine Verschlimmerung im Krankheitsverlauf beobachtet. Asthma entsteht durch Entzündungsvorgänge an den Atemwegen. Im Gegensatz zu der bisher gängigen Vorstellung, daß bei Asthma Mastzellen und andere Granulocyten die Hauptverursacher sind, sind in der letzten Zeit auch T-Zellen (T-Lymphocyten) in den Vordergrund gerückt. Sowohl beim allergischen als auch beim nicht-allergischen Asthma ist die Zahl aktivierter T-Zellen in den Bronchien erhöht. Die von den T-Zellen abgegebenen Botenstoffe unterscheiden sich bei den beiden Formen von Asthma, wirken aber in beiden Fällen auf die eosinophilen Granulocyten, deren Botenstoffe ihre Wirkung an den Bronchien entfalten. Neben der Behandlung mit Corticosteroiden, die der Entzündung der Atemwege entgegenwirken, kann auch durch eine Behandlung mit Vitamin B6 eine Linderung des Asthmas erreicht werden. Gegen akute Atemnotbeschwerden bei Verengung der Bronchien werden sog. β2-Sympathikomimetika eingesetzt ( vgl. Infobox ). Beim Anstrengungs-Asthma, bei dem es zu einer Verengung der Bronchien nach körperlicher Anstrengung kommt, hat sich neben dem üblichen Medikament, der Cromoglicinsäure, auch Heparin beim Inhalieren bewährt. – c) Eine weitere Form des Asthmas ist das Herzasthma (Asthma cardiale), dessen Ursache ein Blutrückstau in den Lungen ist, der durch ein unzureichendes Pumpvermögen des Herzens (Herzinsuffizienz) hervorgerufen wird. Da das Herzasthma ein Symptom der Herzinsuffizienz ist, werden zur Bekämpfung entsprechend Medikamente gegen Herzinsuffizienz eingesetzt. – Inwieweit genetische Faktoren für das Auftreten von Asthma verantwortlich sind, ist noch unklar. Eine kürzlich (1997) durchgeführte EU-Studie geht davon aus, daß zumindest die Anfälligkeit für Asthma genetisch bedingt sein muß, da in Familien, in denen ein Elternteil unter Asthma leidet, Kinder dreimal häufiger erkranken als in Familien mit gesunden Eltern. Sind beide Eltern betroffen, steigt das Erkrankungsrisiko auf das Siebenfache an. Antasthmatika.

U.T./B.E./M.B.

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