Artikel Kompaktlexikon der Biologie

Tryptophan, Abk. Trp oder W, α-Amino-β-indolylpropionsäure, eine der 20 proteinogenen Aminosäuren. Aufgrund der β-Indolyl-Seitenkette zählt T. zu den aromatischen Aminosäuren ( vgl. Abb. ). Der menschliche Organismus kann T. nicht selbst aufbauen, weshalb es zu den essenziellen Aminosäuren gerechnet wird. Vorstufen zur Biosynthese des T. sind Erythrose-4-phosphat und Phosphoenolpyruvat, die in mehreren Stufen über Shikimisäure und Chorisminsäure zu Anthranilsäure umgewandelt werden. Diese reagiert mit 5-Phosphoribosyl-1-pyrophosphat zu Indolglycerin-3-phosphat, das im letzten Schritt, katalysiert durch das Enzym Tryptophan-Synthetase, mit Serin zu T. umgesetzt wird. Durch Abbau von T. entstehen mehrere stoffwechselphysiologisch wichtige Metaboliten. Eingeleitet wird der Abbau durch die Tryptophan-Pyrrolase-katalysierte, oxidative Spaltung zu Formyl-Kynurenin, das über Kynurenin, Hydroxykynurenin, 3-Hydroxyanthranilsäure und Chinolinsäure zu Nicotinsäure und NAD bzw. zu den Ommochromen umgewandelt werden kann. Ferner können aus Tryptophan das Tryptamin durch Decarboxylierung, das pflanzliche Hormon Indol-3-essigsäure (Auxine), Serotonin und Melatonin entstehen. T. ist in Nahrungsproteinen in relativ geringer Menge enthalten, besonders arm an T. sind Maisproteine.



Tryptophan

Copyright Spektrum Akademischer Verlag

Alle Artikel zum Fachgebiet:
  BiochemiePharmakologie

[Drucken] [Zurück]

 
» zur Suche
 
 
Anzeige
 

Zugriff auf alle Lexika

erhalten Sie über ein Abonnement von Spektrum.de Premium. »
 
Anzeige
 
Science-Shop
Das sympathische Biologie-Lehrbuch - Garant für Kompetenz, Aktualität und Verständlichkeit »
 

DenkMal

Für welche Organe könnte Petrophaga lorioti vielleicht therapeutisch eingesetzt werden?
Leber
Magen
Niere
Galle
top
szmtag