Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Doppelmoral?

    17.10.2015, Fuchs
    Katzen führen zum Aussterben von 27 Arten in den letzten Jahrzehnten, so im Beitrag zu lesen. Und sollen millionenfach getötet werden. Hier in Deutschland führt die Agrarindustrie in wenigen Jahren zum Aussterben von wesentlich mehr Arten in Fauna und Flora. Stichwort Biodiveristät und Massensterben der Bienenvölker. Überdüngung zur Nitratverseuchung von Grundwasser, subventionierte Geflügelrestexporte aus der Massentierhaltung nach Afrika zum Absterben der Kleinbauern dort.
    Aber hier wird der Agrarindustrielle gegen jedes bessere Wissen gleichsam unter Naturschutz gestellt und mit EU-Subventionsgeldern geradezu zugesch.... Wer richtet mehr Schaden an? Wer sollte abgeschossen werden? (Achtung Ironie!!)
  • Morissey meint: Katzen dürfen, wir nicht.

    17.10.2015, dazydee
    Wenn Katzen hunderte Millionen Vögel und Kleintiere töten ist das OK, wenn Menschen 2 Millionen Katzen töten nicht.

    Aber was gilt schon das Wohlergehen und die Würde von australischen Beuteldingsbumsen, deren Namen hier keiner kennt,...
  • Künstliche Evolution?

    17.10.2015, Udo
    Die Katzen wären ja normalerweise nicht auf natürlichem Weg nach Australien gekommen. Würde man nichts unternehmen, gäbe es dort irgendwann nur noch Katzen, die aus Ermangelung an Nahrung verhungern würden. Und die ursprünglichen Tiere wären weggefressen.
    Ich mag übrigens Katzen gerne. Aber anscheinend läuft dort leider etwas total aus dem Ruder.
  • In der Vielfalt liegt die Kraft

    17.10.2015, Einhand
    Richtig, Herr Wagenknecht. Allein in Deutschland werden pro Jahr über 750 Millionen Tiere von Menschenhand getötet, aber über 2 Millionen Katzen die nicht nach Australien gehören und andere Tierarten bedrohen, wird sich aufgeregt.
  • Wie sagte schon mein Prof:

    17.10.2015, Günther Danzer
    Ökologie ist eine Wissenschaft und keine Heilslehre von Naturschützern (oder hier wohl besser "selbsternannten" - wie man an dem hinkenden Vergleich mit Cecil sieht). Katzen gehören nach Australien, wie Beuteltiere nach Europa. Leider ist man bei (nach oben genannten Zahlen) 100.000.000 gefressenen Kleintieren pro Tag ziemlich spät dran mit dieser Entscheidung.
  • Erhaltung der Artenvielfalt um jeden Preis?

    17.10.2015, Gerhard Pahl
    Jawoll!!! Und noch mal: Jawoll!!!
    Und zwar nicht nur in Australien sondern überall, weil wir Menschen derzeit für ein größeres Massensterben verantwortlich sind als es im Laufe der Jahrmillionen jemals auf diesem Planeten stattgefunden hat!
    Und das heißt auch: Wachstum begrenzen, auf Palmöl und damit auf Regenwaldzerstörung verzichten, Nahrungsmittel nicht weiter als Energiepflanzen in Biogasanlagen und Verbrennungsmotoren zweckentfremden usw.
    Danke Australien für einen kleinen Beitrag, dem viele weitere weltweit folgen müssen!
  • Das ist keine Evolution,

    17.10.2015, Stefan Räbiger
    Evolution ist ein selektiver Vorgang der nicht vom Menschen beeinflußt wird, sondern nach anderen Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Hier wird von Herrn Freder übersehen welche Aufgaben z.B Singvögel und kleine Säugetiere haben, die nicht mehr erledigt werden wenn es sie nur noch zu wenigen oder überhaupt nicht mehr gibt. Katzen sind in Europa, Nord-Amerika und auch in Australien zu einer Landplage geworden. Leider ist das einem Fehler durch Menschen zuzuschreiben und jetzt muß das korrigiert werden. Entweder die Überzahl an Katzen wird getötet oder es werden in den nächsten Jahrzehnten eine erhebliche Anzahl von sehr nützlichen Tierarten, die uns vor zu vielen Insekten z.B. bewahren. Das hat auch einen Einfluß darauf wieviel Gift zur Insektenvernichtung in die Landschaft gesprüht wird. Alles andere ist unheilvolle Gefühlsduselei von schlecht informierten Tierschützern.
  • Australiens Plan

    17.10.2015, Josef Werner Schill
    Der Regierung von Australien sei ins Stammbuch geschrieben: Wer gut zu seiner Katze ist, den wird sie niemals verlassen, also auch nicht verwildern.
  • "Tut nicht viel zur Sache"?

    17.10.2015, Tom Omer
    Dass der Mensch diese Arten eingeschleppt hat ist der Unterschied ums ganze. Mit natürlicher Evolution hat das überhaupt nichts zu tun: Evolutionsbiologisch ist es eher eine Revolution, wenn in verhältnismäßig kurzer Zeit viele überangepasste Fressfeinde eingeschleppt werden. Werden endemische Arten dann im wahrsten Wortsinn einfach aufgefressen ist es einfach vorbei mit Entwicklung.
    In natürlichen Evolutionsprozessen, in denen sich Arten langsam entsprechend der geographischen und klimatischen Bedingungen und Entwicklungen Lebensräume nach und nach erschließen, hat das nichts zu tun. Wenn der Mensch den Regenwald abholzt, sagt ja auch niemand: Naja, der stärkere setzt sich eben durch.
  • Zeit ...

    17.10.2015, Isabell Gieringer
    Ein wichtiger Faktor fehlt meiner Ansicht nach ... das ist die Entfernung. Schon die Andromedagalaxie ist 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Die entferntesten Galaxien sind nach dem folgenden Beitrag (http://www.spektrum.de/news/extrem-weit-entfernte-galaxie-entdeckt/1314143) 13 Milliarden Lichtjahre entfernt. Das bedeutet natürlich, dass das Licht, das bei uns ankommt, extrem alt ist. Daher können wir nicht wissen, ob es inzwischen dort eine "Megazivilisation" gibt oder nicht. Das Licht, das wir von den Galaxien sehen, ist einfach zu alt und Leben und erst recht "Megazivilisation" brauchen Zeit um sich zu entwickeln.
    Außerdem haben die beiden Autoren der vorherigen Kommentare einen wichtigen Punkt aufgegriffen ... wir schließen von uns auf andere. Vielleicht gibt es auch intelligentes Leben, das sich nicht so unkontrolliert vermehrt wie die Menschen, so dass sie vielleicht nicht den Drang haben in einer Mega-Bevölkerungsexpolsion eine (oder irgendwann mehrere) Galaxien mit ihrer Art zu überfluten. Dann hätten sie eben auch keinen Energieverbrauch, der sich galaxienweit auswirkt.
  • @1 sind sie dumm?

    17.10.2015, Sterling
    wie das währe früher oder später eh passiert? vielleicht in vielen millionen jahren wenn australien irgendwann mal wieder festlandkontakt bekommt?

    das wäre nie passiert.
    außerdem geht es nicht schlicht um artenvielfalt sondern um die erhaltung eines stabilen ökosystems. ohne die katzen war es stabil. nun ist es das nicht mehr. sie finden viel verteidigungsloses kleinvieh das ihnen boomartige vermehrung ermöglicht. wodurch immer mehr kleinvieh gejagt wird. bis es eben einiges gar nicht mehr gibt.

    in dem moment bekommen dann andere arten ein problem. flora die darauf angewiesen war das der nasenbeutler seine samen verstreut, der kleinjäger der auch von der katze gejagt wird und den nasenbeutler als nahrungsquelle brauchte. die gehen jetzt weg. mit ihnen weitere flora, die vielleicht symbiotisch oder parasitär mit der pflanze zusammenlebte und natürlich was auch immer der kleinjäger als nahrung bedient hat. usw usw.

    und irgendwann am ende, wenn die katzen langsam auch nichts mehr haben um sich zu ernähren, jetzt sind es aber nicht mehr 2 sondern 200 millionen, verhungern die auch langsam. und wenn sie dann alle weg sind, ist das ökosystem nicht plötzlich wieder im einklang, sondern dahin. und von dem was übrig ist bildet sich in vielen millionen jahren vielleicht wieder ein ausgeglichenes system. das ist dann aber nicht mehr so farbenfroh

    und jetzt denken wir mal ganz rational. 2 millionen katzen klingt viel und süß weil wir katzen ja nicht als schädling sehen wollen.
    dagegen stehen täglich 10 millionen klein und mittelgroße tiere die von den katzen gerissen werden, mit jedem jahr steigt die zahl da auch die zahl der katzen zunimmt und am ende stehen, so oder so, viele millionen katzen die verrecken weil irgendwann nichts mehr da ist von dem schlemmerbuffet.

    rational gesehen wäre es unmenschlich, unseren fehler nicht jetzt zu korrigieren, wo es nur 2-3 millionen katzen sind die sterben müssten. jetzt, bevor die artenvielfalt unwiderruflich weg ist.

    und sie haben das prinzip evolution auch nicht ganz verstanden. evolution bedeutet anpassung, die ist hier aber gar nicht gegeben. hier gibt es gar keine evolution, weil die invasive spezies so radikal schnell alles wegfrisst, dass die hunderttausend bis millionen jahre die es braucht damit sich bestimmte merkmale durchsetzen können, gar nicht anfangen können.

    hier treffen die ergebnisse von zwei parallelen evolutionsbäumen aufeinander und einer ist ultimativ stärker als der andere. und im ergebnis löschen sich beide gegenseitig aus (die einen werden gefressen und die anderen verhungern in absehbarer zeit).

    die katzen als spezies habens gut, weil die eben nicht exklusiv in australien leben. wenn die australischen katzen alle tot sind, gibts die spezies weiterhin im rest der welt.

    arschkarte zieht halt was nur auf australien gelebt hat.
  • Evolution??

    17.10.2015, Gast
    Brigitte Bardot öffentlich dazu geäußert und den Plan als skandalös bezeichnet.

    Dem stimme ich zu 1000% zu.
    Es muss vernünftigere und "bessere" Lösungen geben.
  • Tier- und Artenschutz ernst genommen!

    16.10.2015, Jannik
    Ich empfinde das Vorgehen der Aussies als unangenehme Notwendigkeit.
    Was für eine Art "Tierschützer" ist das, der das Leben *einer*einzelnen*Katze* über das Leben von 1.500 Lebewesen (pro Jahr!) stellt?!

    @Derek Freder
    Evolution entsteht aus sich selbst, Invasion ist etwas Anderes.
    BTW: Warum wollen Sie 20* Arten vernichten lassen, um EINE nicht dezimieren zu müssen?

    *willkürliche Zahl, nehmen Sie sonst 5 oder 50
  • Evolution?

    16.10.2015, Roland Wagenknecht
    Der Mensch sorgt permanent dafür, dass Arten verschwinden. Auch in Europa müsste die Landplage der Katzen bekämpft werden, weil auch hier viele. Arten wie z.B. verschiedene Singvögel verschwinden. Bei Katzen und Hunde gibt es immer eine irrationale Gefühlsduselei.
    Wir berauben uns der wichtigen Vielfalt wenn wir nichts tun!
  • Achje, die Chlorhühnchen.

    16.10.2015, Angela Franke
    Die werden inzwischen vor allem von denen ständig angeführt, die die Kritiker als Hysteriker diffamieren wollen.
    Zu den Schiedsgerichten: Die USA haben den EU-Vorschlag schon abgelehnt, sie wollen die Schiedsgerichte.
    Im übrigen sind die Schiedsgerichte in CETA schon drin, also könnten die USA sogar den Verzicht verschmerzen, denn im Zweifelsfalle werden dann die Tochterfirmen und -briefkästen losgeschickt. Aber die US-Kanzleien werden ohnehin nicht auf dieses schöne Geschäft verzichten.
    Der Rat für regulatorische Kooperation wurde schon erwähnt, allerdings noch nicht, dass TTIP als LIVING AGREEMENT geplant ist. Will heißen mit schwammigen Formulierungen, die Auslegungspielräume eröffnen und wenn die Bürger wieder mal mit anderen Dingen beschäftigt sind/werden, dann werden klammheimlich die Änderungen vorgenommen, die sich die Konzerne wünschen.
    Und was TTIP nicht schafft an Privatisierung der Dienstleistungen und öffentlichen Daseinsvorsorge, das wird dann in TISA kommen.