Winterfütterung
Vögel verschmähen Bio-Kost
Die Ornithologen hatten in 30 Gärten jeweils mehrere Futtersäulen aufgestellt, diese mit Weizen aus biologischem und konventionellem Anbau gefüllt und beobachtet, welche Körner die Tiere goutierten. Stets suchten die Finken und Meisen bevorzugt jene Säulen auf, die mit der herkömmlichen Nahrung bestückt waren – selbst als die Wissenschaftler die Standorte der Essensspender vertauschten, bemerkten dies die Tiere schnell und wechselten ebenfalls rasch. Labortest mit Kanarienvögeln bestätigten das Bild: Auch sie präferierten die konventionelle Kost.
Zielsicher pickten die Vögel damit die für sie nahrhafteste Quelle an: Wie eine Analyse der unterschiedlichen Weizenkörner ergab, waren jene aus industrialisierter Landwirtschaft durchschnittlich um zehn Prozent proteinhaltiger als die Konkurrenz vom Öko-Hof. Andere Parameter wie Pilzbelastung, Körnergröße oder Pestizidrückstände hatten dagegen keinen Einfluss. "Der Einsatz von anorganischem Stickstoffdünger führt dazu, dass Getreide aus konventionellem Anbau mehr Proteine enthält", erklärt McKenzie. Dieser Zusammenhang könne auch für viele andere Nahrungsmittel gelten, so die Forscherin weiter. Das Credo, dass organisch erzeugte Lebensmittel qualitativ hochwertiger seien, gelte zumindest nicht für den Aspekt des Nährstoffgehalts.
Auch wenn unter diesem Aspekt der Biolandbau für die Vögel schlechter abschneidet – insgesamt profitieren die Tiere eher davon: Da in der ökologischen Landwirtschaft keine Pestizide eingesetzt werden dürfen, leiden die Vögel weniger an der direkten Belastung durch Gifte. Zugleich können sie auf ein größeres Angebot an Insekten und Wildkräutern zurückgreifen, da diese nicht chemisch bekämpft werden. (dl)



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1. bio eben nicht immer besser
19.05.2010, Erik Geibel, Flonheim, Rheinhessen-"Bio" mag sicherer für die Umwelt sein, obgleich die Pflanzenschutzmittel immer ausgefeilter werden und die klassischen Probleme wie Rückstände in Gewässern oder Nahrunsmittel damit abnehmen
-auch "Bio" verwendet Pflanzenschutzmittel in bestimmten Bereichen, vor allem im Wein- und Obstbau. Halt eben keine synthetischen Produkte. Ob aber "natürliches" Kupfer oder Schwefel in den angewendeten Konzentrationen unbedenklich für Mensch und Umwelt sind, sei dahingestellt.
-es können keine gesicherten Zusammmenhänge zwischen Bio-Ernährung und Gesundheit bei Menschen hergestellt werden (durch Unfälle oder unsachgemäße Anwendung belastete Nahrung wohl ausgenommen)
-Das Problem ist heute eher die unsachgemäße Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ("viel hilft viel") denn die Pestizide selbst.
Aber auch dieses Wissen hält mich nicht davon ab, auch gerne zu Bio zu greifen, dem guten Gewissen wegen. Wir reagieren eben doch überwiegend als Bauch- denn als Verstandeswesen...