a) Blutegelschwemme b) Rötlich gefärbter Regen c) Herbstlicher Laubfall d) Chirurgische Fehlleistung e) Vorgang bei der Blutwäsche
Antwort:
Blutregen oder im Winter Blutschnee nennt man von Saharastaub oder durch Algen rötlich gefärbten Niederschlag.
Erklärung:
Die Bezeichnung Blutregen war im Mittelalter bei weitem gebräuchlicher als heute - und bezeichnet doch ein harmloses Phänomen:
Die roten bis ockerfarbenen Staubteilchen werden durch Sandstürme in der Sahara kilometerhoch in die Atmosphäre gewirbelt und vom Wind bei bestimmten Wetterlagen gen Norden, über die Alpen hinweg, bis in unsere Breiten transportiert, wo sie mancherorts vom Regen ausgewaschen werden.
Ebenfalls unter die Bezeichnung Blutregen fällt die Rotfärbung von Pfützen und Tümpeln durch so genannte "Blutalgen", die Dinoflagellaten. Diese Einzeller bilden einen Teil des Phytoplanktons und enthalten Xantophylle und Carotinoide, die sie bräunlich-rot oder orange erscheinen lassen.
In warmen Küstengewässern ist die explosionsartige Vermehrung dieser Algen wesentlich an der Entstehung der Roten Tide beteiligt, einem Ereignis, das zwar nicht blutrünstig ist, aber dennoch für viele Fische und wirbellose Tiere tödlich enden kann. Denn bei dieser Algenblüte sondern die Dinoflagellaten giftige Stoffe ab, die sogar für den Menschen gefährlich sein können.
Vielleicht war dies einer der Grund dafür, dass der Blutregen bei Indern, Griechen, Römern und Germanen als böses Omen für Krieg oder Seuchen galt.
Als göttliches Zeichen wird der gefärbte Regen in der Schedelschen Weltchronik aus dem Jahr 1493 beschrieben:
"Erschreckliche zaichen sind in welsche land [Italien] nach gepurt des herrn 570. Jahr bey nacht gesehen worden. Dann fewrig Straln erschine am himel un pluot tropfet von wolcken, was menschlichs pluot bedeutete, das darnach vergoßen wardt. nachfolgend regnet es vil tag aneinander und mehret sich die Tyber [Tiber] mit gewalt der wasser, also das sie an nidern enden [im unteren Flusslauf] vil volcks ertrencket. deßgleichen geschahe auch in andern stetten und gegenten."
Schedelsche Weltchronik, 1493, Seite CXLVI.
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