Ein Endlager für Atommüll harrt in Deutschland noch seiner Genehmigung. Bis dahin lagert das radioaktive Material in einem Zwischenlager - und zwar...
a) unter Wasser b) in einem Salzstock c) in einer Halle d) in einem Betonsarkophag e) in einem Kohleschacht
Antwort:
Das Zwischenlager ist eine schlichte grüne Halle. Die Castoren mit dem in Glas eingebetteten hoch radioaktiven Atommüll lagern hier überirdisch, um sich abzukühlen.
Erklärung:
Alle Jahre wieder, wenn die Castor-Transporte anrollen, ist die Bahnstrecke zum, sowie die Verladestation am Zwischenlager für Kernbrennelemente in Gorleben Ziel von Atomgegnern und Hundertschaften von Polizisten. Während die erste Gruppe - wenn auch seit dem verkündeten Atomausstieg in kleinerer Besetzung - gegen Transport, Art und Ort der Lagerung demonstriert, sorgt die zweite für Ordnung - mit Nachdruck, wo es den Staatsdienern nötig erscheint.
Die Gemüter erhitzen sich an den heißen Transportbehältern, den Castoren. Zwar überstanden diese Container Fallversuche aus neun Meter Höhe auf ein unnachgiebiges Fundament, den Beschuss mit tonnenschwerem Stahl, Hitzetests bei 800 Grad Celsius im offenen Feuer und Dichteprüfungen in Tieftauchbecken. Doch dass die Castoren auch längerfristig ihre gefährliche Fracht sicher halten können, müssen sie erst noch unter Beweis stellen. Denn schließlich müssen die Behältnisse erst einige Jahrzehnte abkühlen, bevor sich ihr Inhalt in kleinere Einheiten verpacken lässt, die dann in einem Endlager deponiert werden.
Ein solches Endlager gibt es in Deutschland derzeit noch nicht. Geplant ist dafür der Salzstock in Gorleben, doch für diesen liegt bislang keine Genehmigung vor. Bis dahin muss jene "grünen Halle" weiterhin als Lager für die Castoren dienen und den Schutz vor Kontamination und Strahlung gewährleisten.
Unter Wasser werden die Brennelemente direkt nach der Entnahme aus dem Reaktor gelagert. Dabei soll das Wasser die Strahlung möglichst vollständig abschirmen und gleichzeitig die erzeugte Nachzerfallswärme aufnehmen. Bei einer Lagerzeit von sechs bis zwölf Monaten geht die Aktivität und damit auch die Wärmeproduktion auf etwa ein Promille der Anfangswerte zurück.
In einen Betonsarkophag hat man den immer noch strahlenden Unglücksreaktor von Tschernobyl gekleidet. Diese Hülle ist mittlerweile jedoch baufällig und Einsturz gefährdet. Sie soll in den nächsten Jahren durch eine zweite, äußere Umhüllung geschützt werden. Wie viel radioaktives Material sich überhaupt noch in dem zerstörten Reaktorblock befindet, ist weitgehend unbekannt. Schätzungen reichen von 5 bis 95 Prozent des ursprünglichen Materials.
Eine Unterbringung radioaktiven Materials in einem ehemaligen Kohlebergwerk ist nicht vorgesehen. Die Gründe für die Wahl von Salzstöcken liegen vor allem in der geologischen Stabilität. So erlauben Steinsalzformationen die Anlage standfester Hohlräume über lange Zeiträume. Steinsalzlagerstätten stehen außerdem nicht mit dem Grundwasser in Verbindung, und Steinsalz besitzt eine große Plastizität, das heißt, entstandene Spalten schließen sich von selbst. Die gute Wärmeleitfähigkeit sorgt zudem dafür, dass die beim Zerfall der Spaltprodukte entstehende Wärme relativ gut abgeführt wird. Das Entsorgungskonzept in der Bundesrepublik Deutschland sieht für Stoffe mit geringer Wärmeentwicklung außerdem die Einbringung in die ehemalige Eisenerzgrube Konrad bei Salzgitter sowie das ehemalige DDR-Endlager Morsleben vor.
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