a) Antonio van Diemen b) James Cook c) Abel Tasman d) Ferdinand Magellan e) keiner von diesen
Antwort:
Je nach Betrachtungsweise keiner von diesen oder Abel Tasman.
Erklärung:
Wann gilt die Entdeckung von Neuland auch tatsächlich als eine solche? Wenn die ersten Menschen dort eintreffen? Oder wenn es die ersten gesicherten mündlichen, schriftlichen oder kartografischen Aufzeichnungen darüber gibt? Das sind schließlich mehr als nur akademische Streitfälle, denn es verändert auch unsere Ansichten von Völkern oder der Geschichte - sollten etwa die Wikinger tatsächlich die ersten Europäer in Amerika gewesen sein und nicht Kolumbus, so verbessert dies zweifellos ihren mitunter schlechten Ruf als versengende und verheerende Freibeuter.
Ähnlich fragliche erste Schritte auf fremdem Terrain lassen sich weltweit zusammentragen, und Australien mit Tasmanien macht davon keine Ausnahme. Denn eigentlich entdeckten die von Norden her zuwandernden Aborigenes bereits vor 40 000 bis 60 000 Jahren Tasmanien, als die Insel noch über eine Landbrücke mit dem Fünften Kontinent verbunden war.
Ins Blickfeld und auf die Karten der Europäer geriet Tasmanien sehr viel später: Am 24. November 1642 sichtete der holländische Seefahrer Abel Tasman das Eiland, als er im Auftrag der Holländischen Ostindien-Kompanie die Meere südlich und östlich der damaligen niederländischen Überseebesitzung Indonesien erkundete.
Sein Auftraggeber war der damalige Generalgouverneur der Kolonie Antonio van Diemen, der bestrebt war, den geheimnisvollen, unbekannten Südkontinent "Terra australis incognita" zu entdecken und seinem südostasiatischen Protektorat hinzuzufügen. Tasman fand zwar nicht dieses Australien, aber immerhin umsegelte er fast die gesamte Insel und setzte ein Vorauskommando in der heutigen Blackman Bay ab.
Dort hießten die Seeleute die Flagge der Ostindien-Kompanie, und Tasman benannte das Neuland zu Ehren seines Finanziers auf Van-Diemens-Land, kümmerte sich aber nicht weiter um das Schicksal der Insel.
In der Folge passierten weitere berühmte Seefahrer die Gestade von Van-Diemens-Land - unter anderem auch James Cook, der auf seiner ersten Reise von 1768 bis 1771 den Beweis erbringen wollte, dass Tasmans längst in Seekarten verewigte Entdeckung Teil des sagenumwobenen Südkontinents ist. Damals verfehlte er das Eiland noch und landete stattdessen am 19. April 1770 "nur" an der Südostküste Australiens. Erst auf seiner dritten Reise segelte er 1777 an der Insel vorbei. Magellan hingegen kam auf seiner Weltumrundung nicht einmal in die Nähe Tasmaniens.
Die Umbenennung in diesen nun geläufigen Namen fand 1856 statt, um den blutigen Makel, der auf der Bezeichnung Van-Diemens-Land lag, zu tilgen. Bald nachdem die Briten - ausgehend von Australien und mit dem Ziel, den Franzosen zuvorzukommen - 1803 die Insel in Besitz genommen und ihre heutige Hauptstadt Hobart gegründet hatten, verfrachteten sie ihre Sträflinge aus dem Mutterland und vom Fünften Kontinent hierher. Viele der Gefangenen fanden hier ihren Tod, zudem führten Siedler immer wieder Vernichtungsfeldzüge gegen die Aborigines durch. Vor 150 Jahren starb schließlich der letzte dieser Erstentdecker durch eine natürliche Ursache.
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