Welche der folgenden Zutaten gehörte nicht zum Rezept der ersten Margarine?
Anke Römer
a) Rindertalg b) Magermilch c) Pflanzenöl d) Alkalilösung e) Gehacktes Kuheuter
Antwort:
In der ersten Margarine war kein Pflanzenöl enthalten.
Erklärung:
Angefangen hat alles mit Kaiser Napoleon III., genauer gesagt mit seinem Wunsch nach einem billigen Butterersatz. Damit sollte die Armee und die wachsende Stadtbevölkerung versorgt werden. Also versprach er demjenigen einen Preis, der einen billigen, aber wohl schmeckenden und nahrhaften Ersatz herzustellen vermochte.
Das Rennen machte der französische Chemiker Hippolyte Mège-Mouriès: Im Jahr 1869 war seine Margarine zum Verzehr bereit. Und weil sein Streichfett so schön glänzte, nannte er es nach dem griechischen Wort margaron - Perle.
Sein Rezept mutet allerdings wenig appetitlich an: Hauptbestandteil der ersten Margarine war Rindertalg. Mège-Mouriès hatte erkannt, dass der niedrig schmelzende Teil des Rindertalgs, das Oleomargarin, eine gewisse Ähnlichkeit mit Butterfett aufweist. Er erhitzte also den Rindertalg und entfernte den höher schmelzenden Teil, das Oleostearin. Hinzu kamen Magermilch und etwas gehacktes Kuheuter, das dem Ganzen den gewünschten Kuhgeschmack verleihen sollte. Die Alkalilösung war selbst keine Zutat; das Gemisch wurde jedoch in leicht alkalisiertem Wasser gekocht.
Heute wird Margarine überwiegend aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt, zum Beispiel aus Kokosfett, Sonnenblumenöl oder Olivenöl. Ihr Fettanteil kann zwischen zehn und neunzig Prozent liegen, verbreitet sind die Varianten Margarine (achtzig Prozent), Dreiviertelmargarine (etwa sechzig Prozent) und Halbfettmargarine (etwa vierzig Prozent).
Die meisten Sorten enthalten auch Bestandteile von Milch, der Anteil an Milchfett darf jedoch drei Prozent nicht übersteigen. Die Milch sorgt dafür, dass beim Braten ein Sediment entsteht, das für den oft gewünschten Bräunungseffekt des Bratgutes sorgt. Dazu kommen noch Wasser, etwas Salz für den Geschmack, Beta-Carotin für die Farbe, Lecithin als Emulgator und häufig die fettlöslichen Vitamine A, D und E.
Eins haben Butter und Margarine jedoch gemeinsam: Fett. Butter wird bekanntlich aus Milch gemacht, enthält also tierisches Fett - und somit Cholesterin, wovon ein Zuviel das Risiko für koronare Herzkrankheiten steigert. Pflanzliche Lebensmittel enthalten dagegen kein oder kaum Cholesterin, weshalb Menschen mit einem erhöhten Spiegel häufig empfohlen wird, lieber (Halbfett-)Margarine zu verzehren. Die in pflanzlichen Fetten enthaltenen ungesättigten Fettsäuren können sogar den Cholesterinspiegel senken, indem sie das "gute" HDL-Cholesterin erhöhen.
Kalorienmäßig nehmen sich Butter und Co nicht viel: Butter schlägt mit 740 Kalorien pro 100 Gramm auf die Hüften, Margarine mit 750 Kalorien. Egal, welche der beiden Sie also verzehren: Sie bekommen Ihr Fett garantiert weg!
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