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Ei-nerlei: Kochen im Topf oder Dämpfen im Eierkocher. Aber wie viel Wasser braucht ein Eierkocher insgesamt, um mehrere Eier zuzubereiten?

a) mehr Wasser als für ein Ei
b) weniger als für ein Ei
c) genauso viel wie für ein Ei
 

Antwort:

Einige nennen es das "Eierkocherparadox", andere nehmen einfach hin, was in der Bedienungsanleitung steht: Für fünf weiche Eier nehme man weniger Wasser als für ein einzelnes. Aber warum?
 

Erklärung:

Intuitiv liegt "mehr Eier, mehr Wasser" sehr nahe. Und auch mit einiger Überlegung kann man zu diesem Schluss kommen, denn für das Erhitzen mehrerer Eier ist auch eine größere Menge an Energie notwendig. Allerdings ist das nicht der entscheidende Punkt, da im Wasserkocher ohnehin der größte Teil der Energie verpufft wie ein Tropfen auf einem heißen Stein.

Womit wir beim Kern der Sache - nämlich dem Wasserdampf - angelangt wären. Im Eierkocher gart ein Ei nicht im Wasser, sondern im Dampf. Ein Teil des Dampfes schlägt sich auf der Schale des Eies nieder und gibt dort seine Wärme ab, der Rest verflüchtigt sich in die Weiten der heimischen Küche. Ist schließlich alles Wasser verdampft, ist auch der Kochvorgang beendet. Die Garzeit - und damit der Härtegrad des Eies - hängt also in erster Linie von der eingefüllten Wassermenge ab, nicht von der Anzahl der Eier. Wenn dies allein genügen würde, bräuchte man für ein Ei genauso viel Wasser wie für viele. Aber noch fehlt das Kondenswasser in der Rechnung.

Dampf, der seine Wärme an ein Ei abgibt, kondensiert und läuft als weit gehend erkalteter Wassertropfen am Ei hinunter und - tropft zurück ins kochende Wasser. Da an allen Eiern gleich viel Kondenswasser entsteht, tropft bei mehreren Eiern auch mehr Wasser zurück in die Wasserschale, um von dort erneut zu verdampfen. Es lautet also richtig "mehr Eier, mehr recyceltes Wasser". Und das bedeutet, dass man für die gleiche Garzeit insgesamt weniger Wasser in den Eierkocher füllen muss.

Ob man für unendlich viele Eier schließlich gar kein Wasser mehr braucht, sei dahingestellt. Für den Cholesterinspiegel ist das jedenfalls nichts.
 
Jan Philipp Bornebusch
 

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