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DenkMal |

Was macht Dynamit stoßunempfindlich?

a) Sägemehl
b) Watte
c) Algen
 

Antwort:

Die Schale von Kieselalgen (Diatomeen) macht Dynamit erschütterungsresistent.
 

Erklärung:

Wenn der Chemieprofessor mit einem Hammer den Hörsaal betritt, wissen zumindest schon die Profis, mit welchem Experiment der Prof gleich auffahren wird. Sobald der erste Student nach vorne gewunken wird - mit der Bitte, doch einmal mit voller Kraft auf den Tropfen zu schlagen - geht auch dem restlichen Auditorium ein Licht auf: Heute steht Nitroglyzerin auf dem Lehrplan. Es gibt einen lauten Knall, denn der Stoff ist stoßempfindlich und hochexplosiv.

Das hat auch Alfred Nobel beim Experimentieren mit dem Sprengstoff des Öfteren zu spüren bekommen und machte sich schließlich zur Aufgabe, den gefährlichen Stoff zu "zähmen". Das gelang ihm tatsächlich, allerdings durch einen Zufall: Er transportierte Nitroglyzerin in Blechkannen, die er zum Schutz vor Vibration in Erde aus fossilen Kieselalgenschalen bettete. Ein Behälter war undicht, der Sprengstoff lief in die Erde und wurde plötzlich resistent gegen Erschütterungen.

 
Schale einer Kieselalge
© Anna Siever
 
Kieselalgen (Diatomeen) sind von einer filigranen Schale aus Siliziumdioxid umgeben, die von zahlreichen Poren und Rillen durchsetzt ist. Sterben die Algen ab, sinken sie auf den Grund des Gewässers. Die Silizium-Panzer lagern sich im Sediment ab und bilden die so genannte Kieselerde.

Was macht Kieselerde zum Stoßdämpfer für Nitroglyzerin? Durch die unzähligen Poren haben Diatomeenschalen eine sehr große Oberfläche. Wie Schwämme saugen sie den flüssigen Sprengstoff auf, dessen Moleküle in dem Labyrinth von Kerben räumlich voneinander getrennt werden. Der Zündstoff wird so gepuffert, dass die Energie eines Hammerschlags nicht mehr ausreicht, um die Mischung zur Explosion zu bringen.

Alfred Nobel nannte seinen Mix aus Kieselerde und Nitroglyzerin Dynamit - nach dem griechischen Begriff Dynamis für "Kraft". Die Erfindung hat dem Schweden ein großes Vermögen eingebracht, das immer noch jährlich in Form des Nobelpreises denjenigen gestiftet wird, die "der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben", wie es in seinem Testament heißt.

Nobel hat verschiedene Substanzen ausprobiert, um Nitroglyzerin handhabbar zu machen. Er verwendete diverse saugfähige Materialien, wie zum Beispiel Sägemehl und Watte. Jedoch hatten die resultierenden Mischungen eine breiige Konsistenz, die sich für einen Sprengstoff weniger eignet als das pulvrige Nitroglyzerin-Kieselerde-Gemisch. Außerdem hat ein feuchter Brei den Nachteil, dass sich relativ viel des flüssigen Explosivstoffes an der Oberfläche befindet und daher nicht so gut vor Stößen geschützt ist.
 
Anna Siever
 

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