Mitspielen erwünscht
Auch der Spieltrieb kommt nicht zu kurz: So präsentieren Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration eine elektronische Variante des Brettspiels Scrabble, bei dem die Spieler aus zufällig gezogenen Buchstaben Wörter legen und dabei verschiedene Bonusfelder berücksichtigen müssen. Dank einer drahtlosen Vernetzung aller Spielelemente erkennt das System die Werte der einzelnen Steine. Automatisch spielt es alle möglichen Buchstabenkombinationen durch und vergleicht diese mit einem integrierten Wörterbuch, um anschließend alle möglichen Lösungswörter samt Punktzahl zu berechnen.
Neben der Schönheit solcher Spielereien soll die Ausstellung allerdings vor allem einen Überblick über all jene Anwendungen geben, für die Mathematik zwar unverzichtbar ist, meist allerdings verborgen bleibt. Bestes Beispiel sind die ausgefeilten Verschlüsselungstechniken, die heute das Einkaufen im Internet ebenso sicher machen wie das Online-Banking. Diese Methode macht sich ein Phänomen der Primzahlen, die sich nicht als Produkt zweier natürlicher Zahlen außer Eins darstellen lassen, zu Nutze.
Geheimnisse bewahren
Dieses Beispiel veranschaulicht eine interessante Kluft zwischen theoretischem und praktischem Wissen. Selbst wenn bekannt wäre, dass sich eine große Zahl als Produkt zweier kleinerer darstellen ließe, könnten diese Faktoren auch von den flottesten Computern der Welt nicht bestimmt werden.
Die Public-Key-Kryptograpie nutzt dieses Phänomen, indem es Nachrichten derart verschlüsselt, dass sie allein über die Zerlegung natürlicher Zahlen in Primzahlen wieder dechiffriert werden können. Gelänge es einem kreativen Mathematiker jedoch eines Tages, eine einfache Methode zur Faktorzerlegung zu finden, wäre der Code geknackt – und manches Geheimnis gelüftet.
Routen suchen
Insgesamt beweist die abwechslungsreiche Ausstellung erstaunlich viel Tiefgang – ohne die Besucher dabei zu überfordern. Im Gegenteil: Das Matheschiff macht Geschmack auf mehr. Und am Ende dürften sogar all jene mit der Mathematik versöhnt sein, "die in der Schule schon immer schlecht in Mathe waren".








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1. Kleine Fehler
09.06.2008, Alexander Zimmermann1) Aktuelle Verschlüsselungstechniken machen sich NICHT die "Unberechenbarkeit der Primzahlen", sondern die "Unberechenbarkeit der Primzahlzerlegung" zu nutze. Wobei "Unberechenbarkeit" auch nicht ganz richtig ist, nur die zu erwartende Dauer der Berechnung ist unverhältnismäßig groß.
2) Weiterhin ist es nicht richtig, dass sich in einem zeitlich überschaubaren Rahmen nicht prüfen, ob eine Zahl mit vielen Ziffern eine Primzahl ist oder nicht. Im Gegenteil, zu prüfen, ob eine Zahl eine Primzahl ist, geht extrem schnell, aber die ZERLEGUNG einer (nicht Prim-) Zahl in ihre Faktoren kann sehr lange dauern.
3) In der Public-Key-Kryptograpie haben nicht NUR der Sender und Empfänger die nötigen Informationen zur Verschlüsselung. Es ist sogar so, dass die ganze Welt (public) die nötigen Informationen zur VERschlüsselung, aber NUR der Empfänger die Informationen zur ENTschlüsselung hat.
Insgesamt jedoch vielen Dank für den positiven Artikel über die Mathematikausstellung auf dem Wissenschaftsschiff.