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Geowissenschaft: Weitgereistes Ozon



Die Ozonkonzentration scheint eine ziemlich windige Angelegenheit zu sein; denn die Vorläufer des dreiatomigen Sauerstoffmoleküls lassen sich durch stürmische Passatwinde viele Tausend Kilometer weit verfrachten. Per Ballon verfolgten Anne M. Thompson und Kollegen vom Goddard Raumfahrtzentrum der Nasa die Reise von Luftschadstoffen wie Stickoxid vom Emissionsort in den nördlichen Äquatorialregionen zu jenen Regionen im Südatlantik, wo sie zu Ozon reagieren. Bislang hatten sich die Forscher gefragt, warum ausgerechnet in diesem Gebiet die höchste Ozonkonzentration gemessen wurde. Die Verfolgung der Stickstoffoxide zeigte nun, dass es in der innertropischen Konvergenzzone über dem Äquator recht turbulent zugeht. Denn die Passatwinde aus Nordost und Südost treffen hier aufeinander, vermischen sich und steigen in größere Höhen auf. Anschließend strömen sie auf die Nord- und Südhalbkugel zurück und tragen hierbei die Schadstoffe mit sich fort. So gelangen die Teilchen auch in den eigentlich unbelasteten Süden. Zusätzlich gewittert es südlich des Äquators häufig, wie die Forscher anhand der Daten eines Nasa-Satelliten feststellten. Das Ozon entsteht nun unter anderem durch eine chemische Reaktion der Stickstoffdioxide. Durch Gewitterblitze zerfallen sie in Stickstoffmonoxid und ein Sauerstoffatom, das daraufhin mit einem O2-Molekül Ozon bildet. Offenbar ist auch für Schadstoffe die Freiheit grenzenlos – über den Wolken. (Geophysical Research Letters, Bd. 27, S. 3317)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 12 / 2000, Seite 30
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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