Artikel Lexikon der Psychologie

Altern, entwicklungsbedingtes Kontinuum, das zu Alter führt, einer Kategorie der Periodizierung des Lebens nach Kindheit und Jugend und Erwachsenenalter (Thema der Gerontopsychologie). Neben dieses individuelle Altern tritt als Betrachtungspunkt das demographische Altern. Der Ausdruck "alt" wird im allgemeinen für den Zeitpunkt der Berentung gewählt (in Veröffentlichungen der Bundesregierung für die Altersgruppe der über 55jährigen). Mit der Verdopplung der Lebenserwartung seit dem letzten Jahrhundert - heute für Männer 72,8 Jahre und für Frauen 79,3 Jahre - gehen gravierende gesellschaftliche Veränderungen einher. So wird der Anteil der alten Menschen an der Gesamtbevölkerung durch die stetig steigende Lebenserwartung in verstärktem Maße vor allem durch einen besonderen Anstieg des Anteils der Hochbetagten, der über 85jährigen, zunehmen; diesem Wachstumsfaktor steht ein kontinuierlicher Geburtenrückgang gegenüber. Da beide Tendenzen sich nicht ausgleichen, schrumpft die Bevölkerung bei gleichzeitigem Altersanstieg: Nach Modellrechnungen zur Bevölkerungsentwicklung ( Abb. ) wird die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland von 1995 bis 2040 von 81,8 Millionen auf 68,8 Millionen sinken. Jedoch wird der Anteil der über 60jährigen von 17,2 Millionen auf 25,3 Millionen ansteigen, von 21% auf 36,8%, d.h. mehr als jeder dritte Bundesbürger wird in 40 Jahren älter als 60 sein. E.Ki.

Literatur

Kleiber, D. & Filsinger, D. (Hrsg.). (1990). Altern - bewältigen und helfen. Heidelberg: Asanger.



Abb. Altern: Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2040.

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