In eigener Sache
Wes Brot ich ess, ...
Internet ist kostenlos! Ein weit verbreiteter Irrglaube. Internet ist nie kostenlos. Irgendeiner zahlt immer die Zeche, trägt die Kosten, die bei aufwändigen Online-Angeboten entstehen. Die Frage aber ist: Wer?
Während aber die meisten Nutzer des Internets mehr oder minder klaglos ihren Provider für den technischen Zugang zahlen, sollen die eigentlichen Inhalte frei sein – der Briefträger erhält seinen Lohn, nicht aber der Autor der zugestellten Zeitschrift.
spektrumdirekt unterscheidet sich von vielen anderen Internetpublikationen dadurch, dass es in weiten Teilen nur zahlenden Abonnenten zur Verfügung steht. Das heißt: Die Leser selbst tragen einen großen Teil der Kosten.
Warum stellen wir unsere Artikel nicht frei zur Verfügung? Unsere Meinung zu den häufigsten Gegenpositionen:
Ich bin schon Abonnent von Spektrum der Wissenschaft, warum sollte ich für Online nochmal zahlen?
Viele Zeitungen und Zeitschriften stellen ihr Internetangebot frei zur Verfügung und finanzieren dies über die Einnahmen der gedruckten Ausgaben. Das fällt dann unter Marketing. Genaugenommen aber bedeutet es, dass die Leser der Printausgaben die Zeche für die Online-Leser zahlen.
Bei Spektrum der Wissenschaft steht das Archiv der Zeitschrift den Abonnenten frei zur Verfügung: Derselbe Inhalt, nur anders verbreitet. Wer kein Abonnent ist, zahlt für die einzelnen Artikel einen Euro.
Da spektrumdirekt weder die Online-Ausgabe noch die Marketingseite von Spektrum der Wissenschaft, sondern eine eigenständige Wissenschaftszeitung im Internet ist, halten wir es für richtig, die Kosten auch von deren Lesern tragen zu lassen. "Wes Brot ich ess, "
Die Wissenschaft wird von meinen Steuergeldern gezahlt, also sollte ich kostenlos über die Ergebnisse informiert werden!
Kein einfaches Thema – und nur scheinbar eine Besonderheit der wissenschaftlichen Berichterstattung. Denn: Auch Politik wird mit Steuergeldern bezahlt. Niemand aber verlangt, dass Tageszeitungen kostenlos – sprich öffentlich gefördert – zur Verfügung gestellt werden, berichteten diese doch über Politik und Kultur und Landwirtschaft und Wissenschaft und was noch alles subventioniert wird.
Warum nicht? Weil es, und das ist der eigentliche Punkt, um Journalismus und nicht um das einfache Veröffentlichen von Dokumenten wie etwa Forschungsberichten geht.
Vielleicht wird es einmal eine riesige, frei zugängliche Datenbank geben, die sämtliche Primärpublikationen aus allen Disziplinen enthält.
Eine Wissenschaftszeitung aber hat eine andere, entgegengesetzte Aufgabe: Auszuwählen, was spannend oder wichtig ist, und so darüber zu schreiben, dass die Leser es gerne lesen. Und nicht so, wie es die Forscher, ein Wissenschaftsministerium oder eine Stiftung geschrieben sehen wollen.
"Wes Brot ich ess, "
Dann lassen Sie sich doch über Werbung finanzieren!
Es ist gar nicht so einfach, eine halbe Millionen Euro Werbegelder im Jahr zu bekommen. Vor allem aber: Wollen unsere Leser das wirklich? Wollen sie – um Kosten im Gegenwert eines guten Abendessens zu sparen – ein rein werbefinanziertes Internetangebot? Ohne Kollegen anderer Online-Seiten zu nahe treten zu wollen:
"Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!"
Wir möchten unsere Lieder singen, in der Hoffnung, dass es auch die Lieder unserer Leser sind. Wir wollen weder Marketingabteilung, noch Datenbank, noch Werbeplattform sein, sondern Wissenschaftsjournalismus machen.
Die beste Qualitätskontrolle für unsere Arbeit ist aus unserer Sicht, von jenen abzuhängen, für die wir schreiben wollen: unseren Lesern.


Chefredakteur 
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1. Brot selbst auswählen, aber auch selbst bezahlen
07.12.2004, Rüdiger Biesold2. Anmerkungen
08.12.2004, Beate Steinmeyerich finde es sehr gut, dass Sie die Sache mit den "kostenlosen" Internetangeboten einmal klar stellen.
Mir gefällt spektrumdirekt sehr gut und ich werde unserem Fachbereich ein Schulabo vorschlagen.
Zwei Anmerkungen noch:
Das Lexikon finde ich zu textlastig. Eine Abbildung wäre oft sehr nützlich.
In der letzten Zeit fällt mir sowohl im Spektrum als auch in spektrumdirekt eine Sprachnachlässigkeit auf, die mich ziemlich stört: Es heißt nicht "dem Mensch" und nicht "am Herz". Auch Naturwissenschaftler sollten sich um korrektes Deutsch bemühen.
Mit freundlichen Grüßen
Beate Steinmeyer
Dipl. Biol, Bio- und Ek-Lehrerin
3. Tarife für Einkommensschwache
08.12.2004, Arnim Pohris4. Werbefinanziert=gratis?
08.12.2004, TimInsgesamt würde uns alle eine werbefinanzierte Zeitschrift mehr kosten. Nur die Hoffnung, dass nicht nur die Leser die Produkte der Werbepartner kaufen, also das Geld für die Werbeausgaben bereitstellen, lässt einen eine solche Idee für "schlau" erachten.
5. Ich bin ganz Ihrer Meinung
08.12.2004, David Stadler6. Problem für Einkommensschwache
08.12.2004, Rüdiger BiesoldUm beim Brot zu bleiben, der Bäcker gewährt auch keine Rabatte für sozial Schwache.
Ich übersehe das Problem der Bildungsbenachteiligung für den finanziell weniger gut ausgestatteten Bevölkerungsanteil nicht. Aber das ist über Kindergärten (besser: Vorschulen), Schulen, Bibliotheken und einige gesetzliche Verbesserungen (die allerdings auch finanzierbar sein müssen) besser zu lösen; über die Abonnementsgestaltung von spektrumdirekt sicher nicht.
7. Verbesserungsvorschlag
08.12.2004, Karl BednarikHallo Herr Zinken,
es ist mir klar, dass eine gute Ware einen guten Preis erzielt.
Was wäre es mit einer Deluxe oder Kingsize Version die mit einem zwei- oder dreifachen Preis verkauft werden könnte?
Ich würde gerne etwas mehr dafür bezahlen, wenn an Stelle der lästigen Werbung einfach nur weisse Flächen dargestellt werden würden.
Dazu würde man das Design der gesamten Internetseite beinahe gar nicht verändern müssen, sondern nur den ganzen Müll abwürgen müssen.
Inzwischen haben alle Leser schon längst verstanden, dass schöne Frauen reiche Männer lieben (das war ein Originalzitat aus Ihrer eigenen Werbung).
Naturwissenschaftler bevorzugen den Inhalt eher als das Erscheinungsbild.
Zum Beispiel befinden sich auf meiner eigenen Internetseite keinerlei Ideologien, Werbungen, Pop-Up-Windows, buntes Geflimmere, verwirrende Knöpfe (Buttons), und was es alles sonst noch gibt.
Dort findet man nur Schriften in Courier New, Grösse 10, schwarz auf weiss, und vor allem interessante Inhalte.
Selbstverständlich ist meine Internetseite völlig kostenlos, denn hier wird nichts verkauft.
Ich hoffe, dass meine Anregungen befruchtend auf Ihre Internetseite Einfluss nehmen.
Mit freundlichen Grüssen,
Karl Bednarik.
P. S.:
Meine Internetseite ist hier zu finden:
http://members.chello.at/karl.bednarik/
8. Zwei Paar Schuh
09.12.2004, Dr. Karl-Heinz KlärSie haben Recht.
Ich lese wissenschaft-online täglich und habe Spektrum der Wissenschaft seit den Anfängen abonniert, das sind zwei Paar Schuh.
Und verschonen Sie mich bloß mit Reklame.
Schönen Gruß!
Dr. Karl-Heinz Klär
09.12.2004
9. Online Kosten für Heft - Abonnenten
09.12.2004, Dr. Helmut HudlerSelbstverständlich kann man akzeptieren, dass ein Internetauftritt einer Wissenschaftszeitung Geld kostet, und als Heft- und Online - Abonnent akzeptiere ich dies auch seit bereits einigen Jahren. Nicht ganz üblich hingegen ist die Vorgangsweise, auch von den Abonnenten der gedrucken Ausgabe noch einmal Gebühren zu verlangen; viele renommierte Zeitschriften tun das nicht. Ins Teffen führen könnten Sie hier natürlich die unterschiedlichen Inhalte sowie die tägliche Aktualisierung des Internetauftrittes (und für Heftabonnenten gibt´s ja auch Rabatt für den Online - Zugang),trotzdem könnte man darüber nachdenken, die beiden Bereiche zusammenzuführen. Ich hätte jedenfalls durchaus Interesse daran, die gedruckte Ausgabe auch im Internet nachlesen zu können, bzw. auch in der Internetseite bzw. im Newsletter direkte Verweise auf Heftartikel zu finden und deren Text auch nachlesen zu können. Für reine Online - Abonnenten könnten man diese Links ja sperren.
Seit die Festplattengröße derart exorbitant ist, rückt auch ein Home - Archiv sämtlicher Heftartikel im .pdf - Format in den Bereich des Möglichen.
10. Qualität hat ihren Preis
10.12.2004, Ilse RaetschAls freie Journalistin, die derzeit nicht gerade im Geld schwelgt, stöhne ich zwar über jede Ausgabe. Aber ich freue mich über Ihre Begründung des kostenpflichtigen Abos! Qualität hat ihren Preis. Und nur, wenn Journalisten für ordentliche Recherche und gute sprachliche Aufarbeitung angemessen bezahlt werden, können sie gut arbeiten.So gesehen sind für mich die Abokosten ein Beitrag zum unabhängigen Journalismus und zur Pressefreiheit. (Aber bitte nicht missverstehen und Preise erhöhen ....)
Ihnen und Ihrem Team wünsche ich weiterhin gutes Gelingen und wirtschafliche Stabilität!
Ilse Raetsch
11. Die paar Euro ist es mir wert!
03.01.2005, Marianne Kolberg12. Titel
30.03.2005, Hartl Johann, Erzieher und Heilpädagoge. Arb.lo