In Schriftrollen aus dem 15. Jahrhundert fanden sich tatsächlich Zeichnungen der fünf Girih-Kacheln – ein Beleg, dass die mittelalterlichen Architekten diese Technik verwendeten. Die einzelnen Kacheln konnten Handwerker ohne mathematische Kenntnisse mit einfachen Mitteln fertigen. Egal wie die Girih-Kacheln dann kombiniert wurden, immer entstand eine Geometrie mit zehnzähliger Symmetrie.
Wie die Wissenschaftler vermuten, sorgte dieser geometrische Trick bereits Ende des 12. Jahrhunderts für einen regelrechten Design-Durchbruch in der islamischen Welt. Denn die Verwendung der Girih-Kacheln erlaubte nicht nur eine einfachere, schnellere und genauere Arbeit, sondern ermöglichte Konstruktionen von extremer Komplexität, die um 1200 erstmalig auftauchten.
Um die Schätze der islamischen Kultur zu bewundern, muss der Europäer seinen Kontinent übrigens gar nicht verlassen. Ein Ausflug in den maurischen Alhambra-Palast im südspanischen Granada genügt – auch die verbliebenen Reste seines ursprünglichen Glanzes lassen staunen.











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